Wenn eine Aktie neue Tiefs markiert, halten sich viele Manager lieber zurück. Bei Circus ist es anders: Aus dem Unternehmensumfeld kamen zuletzt mehrere Käufe – ausgerechnet in einer Phase, in der der Kurs seit Monaten abrutscht. Der Markt wartet damit auf eine klare Antwort: Können die ambitionierten Umsatzpläne für 2026 die Story drehen?
Käufe aus dem Management-Umfeld
Kurz nach einem neuen 52‑Wochen‑Tief griff Verwaltungsratschef Dr. Jan-Christian Heins zu. Am 25. Februar meldete er den Kauf eigener Aktien zu 7,26 Euro je Stück, das Volumen lag bei rund 10.000 Euro.
Bereits Ende Januar und Anfang Februar hatte zudem das CEO-nahe Umfeld über eine Beteiligungsgesellschaft mehrfach zugekauft. Solche Directors’ Dealings sind zunächst nur ein Fakt – sie sind keine Garantie für eine schnelle Trendwende. In Summe fällt aber auf: Die Käufe kommen wiederholt aus dem Management-Umfeld, während der Kurs weiter schwächelt.
Hoher Druck – und ein Kurs nahe dem Tief
Fundamental und am Kursbild ist die Lage angespannt. Trotz eines kleinen Plus von 1,14% steht die Aktie heute bei 7,10 Euro – und damit nur knapp über dem gestrigen Schlusskurs von 7,02 Euro, der zugleich das 52‑Wochen‑Tief markiert.
Der größere Blick zeigt den Trend: In den vergangenen 30 Tagen ging es um 24,47% abwärts, seit Jahresanfang liegt das Minus bei 41,08%. Der Abstand zum 52‑Wochen‑Hoch von 24,20 Euro beträgt 70,66%. Auch der Abstand zum 50‑Tage‑Durchschnitt (9,73 Euro) unterstreicht den Druck: minus 27,02%. Der RSI von 35,2 signalisiert zudem weiterhin ein schwaches Momentum.
Prognose 2026: großer Sprung, aber weiter rote Zahlen
Der Kern der Equity-Story liegt klar in der Prognose. Für 2026 erwartet Circus Umsätze von 44 bis 55 Mio. Euro – laut Unternehmen „auf Basis bestehender Kunden“. Gleichzeitig soll das EBITDA bei minus 6 bis minus 8 Mio. Euro liegen. Circus begründet die weiterhin negative Marge mit laufenden Skalierungsmaßnahmen. Mittelfristig soll sich die Ergebnislage durch steigende Auslieferungsvolumina und einen wachsenden Anteil wiederkehrender Software-Erlöse verbessern.
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Dass die Latte hoch liegt, zeigt der Rückspiegel: 2025 erzielte das Unternehmen 0,25 Mio. Euro Umsatz bei einem Verlust von rund 15 Mio. Euro. Die Bilanz wirkte zuletzt dünn: ausgewiesenes Eigenkapital 2,41 Mio. Euro, Eigenkapitalquote 12,28%, Gesamtverschuldung 9,15 Mio. Euro. Zudem sank die Mitarbeiterzahl zum Geschäftsjahresende auf 84.
Ein weiterer Punkt: Um potenziell höhere Umsatz- und Ergebnisziele zu erreichen, prüft Circus die Aufnahme zusätzlicher Mittel. Ob Eigen- oder Fremdkapital genutzt wird, ist offen; zu Umfang, Struktur und Zeitpunkt gibt es noch keine konkreten Pläne.
Im operativen Geschäft verweist Circus auf Pilotprojekte und Kunden: REWE testet das System in einer achtmonatigen Pilotphase in Düsseldorfer Filialen, Mercedes-Benz Gastronomie will den CA‑1 ab Sommer 2026 im Werk Sindelfingen einsetzen. Außerdem nennt das Unternehmen über 8.000 Vorbestellungen mit einem theoretischen Umsatzpotenzial von mehr als 1,6 Mrd. Euro – ob daraus zahlungswirksame Aufträge werden, hängt laut Circus von den laufenden Piloten ab.
Zum Hochlauf soll auch die Fertigung beitragen: Mit Celestica als Partner steht eine Produktionsstätte bereit, die bis zu 6.000 CA‑1‑Einheiten pro Jahr fertigen kann. Parallel bereitet Circus laut eigener Aussage den Hochvolumen-Markteintritt im Verteidigungssektor vor, das CA‑M‑System stehe kurz vor der Serienfertigung.
Unterm Strich bleibt die Aktie eine Skalierungswette mit klaren Meilensteinen: Der Kurs notiert nahe dem Jahrestief, während das Management zukauft – und der Markt auf belastbare Ergebnisse aus den Pilotprojekten sowie Fortschritte bei Auslieferungen und Finanzierung wartet.
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