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Symbolbild, KI-generiert

Circus Aktie: Christian Bauer startet als Co-CEO und CFO

Kochroboter-Hersteller senkt Umsatzziel drastisch und weitet Verluste aus. Neuer Co-CEO Bauer steht vor Vertrauensaufbau und Konsolidierungskurs.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatzprognose auf 5,2 Millionen gesenkt
  • EBITDA-Verlust weitet sich deutlich aus
  • Neuer Co-CEO Christian Bauer an Bord
  • Analysten senken Kursziele und Ratings

Christian Bauer trat am 16. Juli erstmals im Rahmen des Q2-Calls als neuer Co-CEO und CFO von Circus SE öffentlich in Erscheinung – ausgerechnet an dem Tag, an dem das Unternehmen seine Jahresprognose drastisch zusammenstrich. Der Zeitpunkt seines Antritts markiert für Anleger eine Zäsur: Wie geht der Kochroboter-Hersteller mit dem Vertrauensverlust um, und wer steuert künftig die Finanzen?

Bauer bringt über 20 Jahre Erfahrung aus regulierten Technologiebranchen mit. Zuvor war er als CCO und CFO beim Flugtaxi-Pionier Volocopter tätig und hatte leitende Positionen bei Daimler beziehungsweise Mercedes-Benz inne. Sein Vorgänger Fabian Becker hatte das Unternehmen bereits vor Bekanntgabe der Personalie verlassen.

Prognosekürzung als Belastungsprobe

Der eigentliche Auslöser der jüngsten Turbulenzen liegt in der massiven Herabsetzung der Finanzprognose für 2026. Circus reduzierte die Umsatzerwartung von ursprünglich 44 bis 55 Millionen Euro auf nunmehr 5,2 Millionen Euro.

Gleichzeitig weitet sich der erwartete EBITDA-Verlust von den zuvor geplanten 6 bis 8 Millionen Euro auf rund 17 Millionen Euro aus. Zum Vergleich: Im Vorjahr 2025 lag der Umsatz bei 1,6 Millionen Euro, der EBITDA-Verlust bei etwa 18,8 Millionen Euro.

Begleitet wird die Prognosekürzung von einer strategischen Kehrtwende: Das Unternehmen verlangsamt bewusst das Tempo neuer Systemeinführungen und verschiebt geplante Auslieferungen überwiegend ins Jahr 2027. Bis Ende 2026 waren ursprünglich 50 ausgelieferte Kochroboter angepeilt, aktuell sind 25 Systeme an 15 Kunden im Einsatz. Das Management begründet den Schritt mit einem Fokus auf operative Effizienz und Wirtschaftlichkeit statt auf reines Wachstumstempo.

Operative Lichtblicke trotz Rückschlag

Nicht alle Nachrichten aus dem Unternehmen sind negativ. Am 16. Juli begann der Live-Betrieb autonomer Verpflegungsroboter des Typs CA-M bei der 3. Angriffsbrigade der ukrainischen Bodentruppen im Raum Kiew, nachdem eine Zertifizierung durch die ukrainische Lebensmittelbehörde erfolgt war.

Zudem hatte Circus Anfang Juli die Übernahme des belgischen Food-Robotik-Unternehmens Alberts abgeschlossen, finanziert überwiegend über 1,2 Millionen neue Aktien mit einer erfolgsabhängigen Barkomponente und einem Earn-out sowie einer Lock-up-Frist bis September 2028.

Vorstandsvorsitzender Dr. Jan-Christian Heins signalisierte am 20. Juli mit einem eigenen Aktienkauf von 5.000 Stück zu 2,15 Euro je Aktie – ein Volumen von rund 10.758 Euro – Zuversicht in die eigene Gesellschaft.

Kurs unter Druck, Analysten skeptischer

Der Kurs bleibt von der Prognosekürzung schwer getroffen: Nach einem Minus von 66 Prozent binnen 30 Tagen notiert die Aktie vorbörslich bei 1,60 Euro, ein Rückgang von 4,0 Prozent gegenüber dem Vortag. Die Marktkapitalisierung liegt bei 44,17 Millionen Euro.

Am 20. Juli senkte die Montega AG ihr Rating von „Kaufen“ auf „Halten“ und reduzierte das Kursziel von 10,00 auf 2,20 Euro. Baader nahm zum gleichen Zeitpunkt das Kursziel von 19,00 auf 3,00 Euro zurück, hielt aber an der Kaufempfehlung fest.

Für Anleger rückt nun die Hauptversammlung am 20. August in den Fokus, die virtuell um 9:00 Uhr MESZ stattfindet. Dort dürfte sich zeigen, wie überzeugend Bauer und Heins den eingeschlagenen Konsolidierungskurs vertreten können.

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