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Circus Aktie: Baader Bank kürzt Ziel auf 3,00 Euro

Circus SE senkt Umsatzprognose drastisch, Aktie verliert weiter. Analysten passen Kursziele an, Insider kaufen trotz Krise zu.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie verliert weitere 3,7 Prozent
  • Umsatzprognose radikal gesenkt
  • Analysten senken Kursziele drastisch
  • Insider kauft Aktien nach Kurssturz

Die Aktie der Circus SE bleibt unter massivem Druck. Am heutigen Donnerstag verliert das Papier weitere 3,70 Prozent und notiert bei 1,88 Euro, nachdem es bereits am Mittwoch mit 1,95 Euro geschlossen hatte. Binnen 30 Tagen summiert sich der Kursverfall auf 66,74 Prozent – ein Ausmaß, das die Marktkapitalisierung des Anbieters robotergestützter Küchensysteme auf noch 49,76 Millionen Euro schrumpfen lässt.

Guidance-Crash als Auslöser

Der Kurssturz geht auf eine Unternehmensmeldung vom 16. Juli zurück. Circus SE strich damals die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr radikal zusammen: Statt der ursprünglich avisierten 44 bis 55 Millionen Euro rechnet der Vorstand nun nur noch mit 5,2 Millionen Euro. Parallel weitete das Unternehmen die erwartete EBITDA-Belastung von zuvor 6 bis 8 Millionen Euro auf rund 17 Millionen Euro aus. Als Begründung nannte Circus eine strategische Drosselung der Systemauslieferungen, mit der die Unit Economics verbessert werden sollen – ein Eingeständnis, dass das bisherige Wachstumstempo offenbar nicht profitabel genug war.

Am selben Tag meldete Circus einen operativen Meilenstein: Im Raum Kiew ist der Live-Betrieb robotergestützter Küchensysteme zur Versorgung der 3. Angriffsbrigade der ukrainischen Bodentruppen angelaufen. Der Kontrast zwischen diesem konkreten Einsatzerfolg und der gleichzeitig eingedampften Finanzplanung prägt seither die Wahrnehmung des Titels an der Börse.

Analysten passen Kursziele massiv an

Die Reaktion der Analysehäuser fiel entsprechend heftig aus. mwb research senkte am 17. Juli das Kursziel von 46,00 Euro auf 8,40 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Speculative Buy“. Noch drastischer korrigierte die Baader Bank: Am gestrigen Dienstag reduzierte das Institut sein Kursziel von 19,00 Euro auf nur noch 3,00 Euro, hielt jedoch ebenfalls an einem „Buy“-Rating fest. Beide Häuser signalisieren damit zwar grundsätzliches Vertrauen in das Geschäftsmodell, ziehen aus der eingebrochenen Umsatzguidance aber erhebliche Konsequenzen für ihre Bewertungsmodelle.

Dass beide Analysten trotz der Kappungen an positiven Einstufungen festhalten, unterscheidet die Lage von einem klassischen Verkaufssignal – die Kurszielspannen bleiben jedoch weit von den aktuellen Notierungen entfernt. Ein technischer Indikator wie der 14-Tage-RSI von 17,3 deutet zusätzlich auf eine extrem überverkaufte Marktlage hin, was allerdings nichts über die fundamentale Verfassung des Unternehmens aussagt.

Insider kauft, operative Expansion läuft weiter

Ein Lichtblick für Anleger: Verwaltungsratsmitglied Dr. Jan-Christian Heins erwarb laut Pflichtmitteilung am 17. Juli insgesamt 5.004 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 2,15 Euro. Der Kauf erfolgte damit noch vor dem jüngsten Kursrutsch und signalisiert zumindest aus dem eigenen Verwaltungsrat Zuversicht in die mittelfristige Perspektive.

Operativ treibt Circus seine internationale Expansion trotz der Guidance-Kürzung voran. Anfang Juli erhielt das Unternehmen die behördliche Zertifizierung für die Vereinigten Arabischen Emirate; der kommerzielle Markteintritt in Abu Dhabi ist für September angekündigt. Ebenfalls Anfang Juli schloss Circus die vollständige Übernahme des belgischen Food-Robotik-Unternehmens Alberts ab, finanziert unter anderem über die Ausgabe von 1,2 Millionen neuen Circus-Aktien. Zudem wurde Christian Bauer zum neuen Co-CEO ernannt; die Übernahme der CFO-Rolle ist für den 1. Oktober vorgesehen.

Wichtige Termine im Blick

Für Anleger rücken nun zwei Termine in den Fokus: Am 20. August findet die ordentliche Hauptversammlung statt, am 2. September folgen die Quartalsergebnisse für das zweite Quartal. Beide Ereignisse dürften Aufschluss darüber geben, wie belastbar die neue, deutlich konservativere Guidance tatsächlich ist – und ob die operativen Fortschritte in der Ukraine sowie in den Emiraten die massive Neubewertung durch die Analysten rechtfertigen können.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.