Circus SE hat die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr radikal zurückgenommen. Statt der bislang in Aussicht gestellten 44 bis 55 Millionen Euro rechnet das Unternehmen nun nur noch mit einem Umsatz von 5,2 Millionen Euro. Auch beim bereinigten EBITDA fällt die Korrektur deutlich aus: Statt eines Verlusts von 6 bis 8 Millionen Euro erwartet Circus nun ein Minus von 17 Millionen Euro. Mehrere Finanzmedien griffen die Meldung am Mittwoch nahezu zeitgleich auf und sprachen von einem „pulverisierten“ Kursziel.
Der Markt reagierte auf die Nachricht mit einem weiteren Kursrutsch. Die Aktie schloss am Mittwoch bei 1,88 Euro, ein Minus von 3,09 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen hat das Papier nun 66,63 Prozent an Wert verloren – ein Einbruch, der die Marktkapitalisierung des Unternehmens auf nur noch 49,76 Millionen Euro gedrückt hat.
Massive Kürzung bei Umsatz und Ergebnis
Die neue Guidance markiert eine der drastischsten Prognosekorrekturen des Sommers unter den deutschen Small Caps. Wo Circus zuvor mit einem Umsatzkorridor operierte, der beim oberen Ende mehr als das Zehnfache des heutigen Zielwerts betrug, bleibt nun ein Bruchteil übrig. Parallel verdoppelt sich nahezu der erwartete operative Verlust. Für Anleger bedeutet das: Die bisherige Wachstumsstory, auf der ein Großteil der Kursfantasie beruhte, ist vorerst hinfällig.
Auffällig ist, dass die Meldung nahezu wortgleich von zahlreichen Finanzportalen unter Berufung auf 4investors verbreitet wurde, ohne dass darüber hinaus weitere operative Details zur Kürzung kursierten. Für Anleger bleibt damit vorerst nur die reine Zahlenbasis als Orientierung.
Extreme Schwankungsbreite belastet das Chartbild
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität der Circus-Aktie liegt bei 152,26 Prozent – ein Wert, der die außergewöhnliche Nervosität rund um das Papier unterstreicht. Schon in den Tagen vor der Prognosekürzung hatte sich der Abwärtstrend verfestigt, die jüngste Guidance-Revision hat diesen Trend nun zusätzlich beschleunigt.
Für Anleger dürfte entscheidend sein, wie belastbar die nun deutlich niedrigere Umsatzbasis für das laufende Jahr tatsächlich ist und ob sich der operative Verlust von 17 Millionen Euro im weiteren Jahresverlauf stabilisiert. Angesichts der Marktkapitalisierung von knapp 50 Millionen Euro bewertet der Markt das Unternehmen inzwischen deutlich unter dem Niveau, das die ursprüngliche Prognose noch gerechtfertigt hätte. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob sich der Kurs nach dem massiven Rückgang stabilisiert oder ob weitere Abgaben folgen.
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