Umsatz plus 40 Prozent, Gewinn fast vervierfacht — und trotzdem fällt die Aktie. Ciena lieferte zum zweiten Geschäftsquartal 2026 starke Zahlen, doch der Markt quittierte das Ergebnis mit Verkäufen.
Rekordquartal mit klarer KI-Fantasie
Ciena erzielte im zweiten Fiskalquartal, das am 2. Mai 2026 endete, einen Umsatz von 1,57 Milliarden Dollar — 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte auf 1,64 Dollar, ein Anstieg von 290 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der freie Cashflow erreichte 219 Millionen Dollar, ein Plus von 71 Prozent.
Die bereinigte Bruttomarge lag bei 44,9 Prozent, die operative Marge bei 19,5 Prozent. Obendrein kaufte Ciena im Rahmen seines milliardenschweren Rückkaufprogramms rund 0,2 Millionen Aktien für 83,1 Millionen Dollar zurück.
Jahresprognose deutlich angehoben
Auf Basis der starken Quartalszahlen hob Ciena seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf 6,3 Milliarden Dollar an — was am Mittelpunkt einem Wachstum von 32 Prozent entspricht. Für das laufende dritte Quartal erwartet das Unternehmen einen Umsatz von rund 1,625 Milliarden Dollar bei einer operativen Marge zwischen 19 und 20 Prozent.
Das Wachstum speist sich vor allem aus der steigenden Nachfrage nach Hochgeschwindigkeitsverbindungen für KI-Infrastruktur. Hyperscaler und Rechenzentren treiben das Geschäft. CEO Gary Smith betonte die mehrjährigen Chancen, die der KI-getriebene Bandbreitenbedarf eröffnet. Konkret: Cienas DCOM-Lösung skaliert bereits mit einem großen Hyperscaler und wird auf einen zweiten Kunden ausgeweitet. Das neue RLS Hyper-Rail-Plattform erhielt den ersten Multi-Rail-Auftrag der Branche — Deployments sind ab 2027 geplant, mit erwarteten Auftragsvolumina im dreistelligen Millionenbereich über mehrere Jahre.
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Analysten bullish, Markt skeptisch
Mehrere Analysehäuser erhöhten ihre Kursziele nach den Zahlen deutlich. Rosenblatt sieht den fairen Wert bei 720 Dollar, Stifel bleibt bei „Buy“ mit einem Ziel von 615 Dollar, Needham erhöhte auf 600 Dollar. UBS und Raymond James hoben ihre Ziele auf 508 beziehungsweise 530 Dollar an — beide mit Verweis auf die KI-Infrastrukturnachfrage.
Der Kurs erzählt eine andere Geschichte. Die Aktie verlor am Freitag rund vier Prozent auf 447,30 Euro und notiert damit knapp 20 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 558,40 Euro, das erst am 3. Juni erreicht worden war. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von über 113 Prozent — getragen von einem der spektakulärsten Comebacks im Technologiesektor: Vor einem Jahr notierte das Papier noch unter 63 Euro.
Der aktuelle Rücksetzer dürfte weniger mit den Fundamentaldaten zusammenhängen als mit Gewinnmitnahmen nach dem rasanten Anstieg. Der Kurs liegt nur knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 444,73 Euro — diese Zone wird in den kommenden Handelstagen zur ersten Bewährungsprobe.
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