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Symbolbild, KI-generiert

Christine Lagarde kündigt vorzeitigen Rücktritt von EZB-Spitze an

Der EZB-Rat hielt die Zinsen konstant; zugleich wurde Lagardes Rückzug zum 7. Februar 2027 bekannt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Lagardes Amtszeit endet vorzeitig im Februar 2027
  • EZB belässt beide Leitzinsen unverändert
  • September-Inflation erreicht 3,8 Prozent
  • Knot und Hernández de Cos gelten als Favoriten

Um die Nachfolge vor der französischen Präsidentschaftswahl im April 2027 politisch abzusichern, räumt Christine Lagarde ihren Posten an der Spitze der Europäischen Zentralbank vorzeitig zum 7. Februar 2027. Die Notenbank gab diesen Schritt unmittelbar vor ihrem aktuellen Zinsentscheid bekannt. Regulär wäre die achtjährige Amtszeit der Französin erst Ende Oktober 2027 ausgelaufen.

Der vorgezogene Abgang ermöglicht es den Regierungen in Paris und Berlin, über die Neubesetzung zu verhandeln, bevor ein möglicher Machtwechsel in Frankreich die europäische Abstimmung erschwert. EU-Ratspräsident António Costa wurde bereits informiert, das offizielle Besetzungsverfahren beginnt umgehend.

Zinspause trotz hohem Preisdruck

Geldpolitisch hinterlässt Lagarde ein anspruchsvolles Umfeld. Parallel zur Rücktrittsankündigung beließ der EZB-Rat die Zinsen unverändert. Der maßgebliche Einlagenzins verharrt bei 2,5 Prozent. Der Hauptrefinanzierungssatz verbleibt bei 2,65 Prozent.

Die Notenbanker wollen zunächst die Wirkung vergangener Straffungen abwarten. Allerdings trieb der Iran-Krieg die Teuerung im September auf 3,8 Prozent, womit das mittelfristige Ziel von zwei Prozent deutlich verfehlt wird. Marktbeobachter rechnen daher bereits für die Sitzung im Dezember mit einer weiteren Leitzinserhöhung. An den Devisenmärkten reagierte die Gemeinschaftswährung mit leichten Gewinnen und notierte zuletzt bei 1,1172 US-Dollar.

Personalpoker um die künftige Führung

Die Suche nach Lagardes Nachfolge fällt mit mehreren personellen Umbrüchen im sechsköpfigen EZB-Direktorium zusammen. Direktorin Isabel Schnabel wechselt Anfang Januar 2027 zum Internationalen Währungsfonds nach Washington. Zudem endet die Amtszeit von Chefökonom Philip R. Lane im Juni 2027.

Für den Chefposten gelten vor allem zwei Notenbanker als Favoriten:
– Klaas Knot, ehemaliger Chef der niederländischen Zentralbank
– Pablo Hernández de Cos, früherer Leiter der spanischen Notenbank und derzeitiger Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich

Bundesbank-Präsident Joachim Nagel brachte sich ebenfalls ins Gespräch. Eine deutsche Führung gilt auf europäischer Ebene jedoch als schwer vermittelbar, da mit Ursula von der Leyen bereits eine Deutsche an der Spitze der EU-Kommission steht. Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder peilen eine Einigung auf ein gemeinsames Personalpaket spätestens für ihren Gipfel am 17. und 18. Dezember an.

Felix Baarz

Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Kapitalmarktexperten seit August 2026 Beiträge zu Analystenstimmen, Quartalszahlen und Übernahmen sowie Marktberichte zu DAX und europäischen Märkten.Quellen dieses Ressorts: Analystenstudien und Researchmitteilungen der Häuser, Quartals- und Geschäftsberichte, Angebotsunterlagen und Pflichtmitteilungen bei Übernahmen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.