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Symbolbild, KI-generiert

Chinas Notenbank bremst den rasanten Anstieg des Yuan

Die Zentralbank erschwert Finanzinstituten den Devisenzugang, während der stärkere Yuan die ohnehin schmalen Exportmargen chinesischer Hersteller belastet.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Yuan legte gegenüber Dollar knapp fünf Prozent zu
  • Nettomarge chinesischer Firmen bei 4,9 Prozent
  • Zukunftsbranchen erzielen kaum zwei Prozent Gewinnmarge
  • Weitere Maßnahmen gegen Yuan-Aufwertung bleiben möglich

Chinas Zentralbank stemmt sich gegen die anhaltende Aufwertung der eigenen Währung. Die Notenbank reagiert damit auf schrumpfende Margen im verarbeitenden Gewerbe, die Chinas wichtigste Konjunkturstütze gefährden. Während Handelspartner in Europa und den USA den Yuan weiterhin für künstlich verbilligt halten, bringt der jüngste Kursanstieg viele Hersteller im Land in Bedrängnis.

Um den Aufwärtsdruck zu dämpfen, hat die Notenbank am Dienstag den Anteil an Devisen erhöht, den Finanzinstitute als Reserve halten müssen. Der Schritt markiert eine gezielte Gegenbewegung. Im bisherigen Jahresverlauf legte der Yuan gegenüber dem Dollar um knapp fünf Prozent zu, während er im Vergleich zum Euro um rund neun Prozent kletterte.

Für viele Betriebe wird die Luft dadurch dünner. Da die Binnennachfrage verhalten bleibt, weichen Unternehmen mit niedrigen Preisen auf internationale Märkte aus. Zieht die eigene Währung an, schrumpft dieser Preisvorteil unmittelbar zusammen.

Eine Auswertung von mehr als 5.000 börsennotierten Unternehmen in China ergab im ersten Halbjahr eine mediane Nettomarge von lediglich 4,9 Prozent. Internationale Konkurrenten erreichten im selben Zeitraum 8,9 Prozent. Nach Berechnungen von Standard Bank verringert jeder Prozentpunkt an realer Aufwertung des Yuan die durchschnittliche Exportmarge um rund 30 Basispunkte.

Wachsender Druck auf Chinas Zukunftsbranchen

Selbst politisch geförderte Vorzeigebranchen wie die Produktion von Elektrofahrzeugen, Batterien und Solaranlagen arbeiten nach Berechnungen von Natixis mit Gewinnmargen von kaum zwei Prozent. Verringert sich dieser Puffer durch einen teureren Yuan weiter, drohen Produktionskürzungen und der Verlust von Arbeitsplätzen.

Westliche Regierungen bewerten die Lage grundlegend anders. Bundeskanzler Friedrich Merz bezifferte die Unterbewertung des Yuan zuletzt auf 25 bis 30 Prozent, und auch der Internationale Währungsfonds sieht eine deutliche Diskrepanz zum fairen Wert. Auf internationale Abkommen zur gezielten Währungsanpassung wie das Plaza-Abkommen von 1985 will sich Peking nicht einlassen, da die Führung in einer erzwungenen Aufwertung schwere wirtschaftliche Rückschläge fürchtet.

Zusätzliche Instrumente liegen bereit

Die Notenbank behält sich deshalb weitere Schritte vor. Der Satz für Devisenreserven liegt noch drei Prozentpunkte unter seinem Höchststand aus dem Jahr 2021. Marktbeobachter gehen davon aus, dass Peking bei Bedarf auch über schwächere tägliche Referenzkurse oder gelockerte Regeln für Auslandsinvestitionen gegensteuern wird.

Am Devisenmarkt wird die Entschlossenheit der Währungshüter greifbar herausgefordert. Goldman Sachs prognostiziert, dass der Yuan binnen zwölf Monaten von derzeit rund 6,70 auf 6,40 je Dollar klettern könnte. Reichen die aktuellen Reservenanpassungen nicht aus, dürfte Peking zu direkteren Vorgaben an die Geschäftsbanken greifen, um den Gewinndruck auf die heimische Industrie einzudämmen.

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Felix Baarz

Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Kapitalmarktexperten seit August 2026 Beiträge zu Analystenstimmen, Quartalszahlen und Übernahmen sowie Marktberichte zu DAX und europäischen Märkten.Quellen dieses Ressorts: Analystenstudien und Researchmitteilungen der Häuser, Quartals- und Geschäftsberichte, Angebotsunterlagen und Pflichtmitteilungen bei Übernahmen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.