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Chevron Aktie: Venezuela und Ölpreisschock

Chevron profitiert kurzfristig von hohen Ölpreisen, doch in Venezuela fehlt für größere Investitionen der klare rechtliche Rahmen. Die Aktie bleibt attraktiv, aber volatil.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Ölförderung in Venezuela bei 250.000 Barrel täglich
  • Fehlender Rechtsrahmen bremst Investitionspläne
  • Ölpreis steigt über 100 Dollar je Barrel
  • Aktie nahe 52-Wochen-Hoch mit attraktiver Dividende

Der Energieriese steckt mitten in zwei gegenläufigen Entwicklungen: In Venezuela läuft die Ölproduktion auf Hochtouren – doch das regulatorische Umfeld bleibt ein Hemmschuh. Gleichzeitig beschert der eskalierende Nahost-Konflikt dem Energiesektor Rückenwind an der Börse.

Venezuela: Produktion wächst, Rechtslage hinkt hinterher

Chevron fördert derzeit rund 250.000 Barrel täglich aus vier Joint Ventures mit dem staatlichen Ölkonzern PDVSA – das entspricht einem Viertel der gesamten venezolanischen Rohölproduktion. CEO Mike Wirth äußerte sich am Montag auf der CERAWeek-Konferenz in Houston grundsätzlich positiv über die Entwicklung, machte aber klar: Für Investitionen in der erhofften Größenordnung fehlt noch der passende rechtliche Rahmen.

Konkret geht es um zwei zentrale Punkte: Zugang zu internationaler Schiedsgerichtsbarkeit bei Vertragsstreitigkeiten und klarere steuerliche Rahmenbedingungen für Neuerschließungsprojekte. Das im Januar verabschiedete venezolanische Ölgesetz gewährt ausländischen Unternehmen zwar mehr operative Selbstständigkeit und ermöglicht unter anderem reduzierte Förderabgaben – allerdings nur nach Ermessen des Ölministeriums. Genau diese Grauzone macht Wirth zu schaffen. Die Bandbreite möglicher Investitionsrenditen sei derzeit zu groß, um verlässlich planen zu können.

Eine weitere Gesetzesreform, die Steuerfragen projektspezifisch regeln sollte, lässt derweil auf sich warten. Das venezolanische Parlament hat andere Prioritäten gesetzt und zuletzt ein Bergbaugesetz vorangetrieben. Caracas zeigt sich zudem wenig geneigt, die Kohlenwasserstoffgesetzgebung erneut anzufassen – obwohl genau das mehrere PDVSA-Partner als Voraussetzung für größere Investitionen fordern.

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Ölpreisanstieg als kurzfristiger Kurstreiber

Was Venezuela auf längere Sicht bremst, beschleunigt den Kurs kurzfristig: Der sich zuspitzende Konflikt zwischen den USA und dem Iran trieb den Preis für US-Rohöl am Montag um rund drei Prozent auf über 100 Dollar je Barrel. Energiewerte profitierten im vorbörslichen Handel – Chevron legte dabei rund ein Prozent zu, ähnlich wie Branchenrivale ExxonMobil.

Der breitere Markt reagierte dagegen mit Nervosität. Der S&P 500 verlor im Future-Handel knapp 0,6 Prozent, der Nasdaq 100 rund 0,7 Prozent. Höhere Ölpreise schüren Inflationssorgen und zwingen die US-Notenbank Fed in eine unbequeme Lage. Laut CME FedWatch Tool preisen die Märkte aktuell keine einzige Zinssenkung mehr in diesem Jahr ein – vor Ausbruch des Konflikts waren noch zwei Senkungen erwartet worden. Mehr als die Hälfte der Marktteilnehmer rechnet sogar mit einer Zinserhöhung in der zweiten Jahreshälfte.

Für Chevron bedeutet das eine eigentümliche Konstellation: Der hohe Ölpreis stützt Umsätze und Margen, während steigende Zinsen die Bewertung unter Druck setzen könnten. Mit einem Kurs nahe dem 52-Wochen-Hoch von rund 205 Dollar und einer Dividendenhistorie von 38 aufeinanderfolgenden Erhöhungen bleibt die Aktie für einkommensorientierte Anleger attraktiv – doch das geopolitische Umfeld dürfte vorerst für Volatilität sorgen.

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