Chevron steht vor einer Richtungsentscheidung. Am heutigen Freitag treffen sich Top-Manager des Ölkonzerns mit US-Präsident Trump im Weißen Haus – es geht um Milliarden-Investitionen in Venezuela. Gleichzeitig gerät Chevrons bisheriges Monopol bei venezolanischen Ölexporten unter Druck.
Vitol und Trafigura greifen an
Erstmals seit Jahren bekommt Chevron Konkurrenz im Venezuela-Geschäft. Die globalen Rohstoffhändler Vitol und Trafigura verhandeln laut Berichten vom 9. Januar 2026 mit der venezolanischen Regierung über Exportverträge für Rohöl. Im Fokus stehen rund 50 Millionen Barrel Rohöl, die derzeit bei der staatlichen PDVSA lagern.
Während Chevron bislang als einziger US-Exporteur mit Sonderlizenz operierte, öffnet die US-Regierung nun das Spielfeld. Vitol soll bereits eine vorläufige 18-Monats-Lizenz für die Verhandlungen gesichert haben. Für Chevron bedeutet das: Der exklusive Zugang zu den weltgrößten Ölreserven steht auf dem Spiel.
100 Milliarden Dollar im Raum
Im Weißen Haus geht es heute um konkrete Zusagen. Präsident Trump erklärte vorab, US-Ölkonzerne hätten 100 Milliarden Dollar zum Wiederaufbau der venezolanischen Öl-Infrastruktur zugesagt. Doch Insider berichten: Chevron und andere Majors fordern „ernsthafte Garantien“ von der Regierung, bevor sie solche Summen in die Hand nehmen.
Die Dimension wird klar, wenn man die Zahlen von Rystad Energy betrachtet. Allein um Venezuelas aktuelle Förderung von rund 1 Million Barrel pro Tag zu erhalten, wären Investitionen von 53 Milliarden Dollar über 15 Jahre nötig. Das Land sitzt zwar auf über 300 Milliarden Barrel Reserven – doch die Infrastruktur ist marode.
Analysten senken Kursziele
Parallel zu den Verhandlungen justieren Analysten ihre Bewertungen. Piper Sandler reduzierte das Kursziel am 9. Januar von 178 auf 174 Dollar, hält aber an der „Overweight“-Einstufung fest. Begründung: Das schwache Ölpreis-Umfeld erschwert eine Outperformance, auch wenn sich das Raffinerie-Geschäft 2026 verbessern dürfte.
Barclays bestätigte am 8. Januar ein „Hold“-Rating mit Kursziel 158 Dollar. Freedom Capital stufte die Aktie diese Woche sogar auf „Sell“ herunter (Ziel: 165 Dollar). Der Konsens liegt bei 177,50 Dollar – doch die Skepsis wächst.
Erste Lieferungen ab nächster Woche
Die Märkte reagierten bereits: Nach den Venezuela-Meldungen legte die Aktie am 8. Januar um 2,61 Prozent auf 159,25 Dollar zu. Besonders relevant für US-Raffinerien an der Golfküste: Erste venezolanische Öl-Ladungen könnten bereits in der Woche ab 12. Januar in Texas, Louisiana und Mississippi eintreffen. Die dortigen Anlagen sind auf schweres venezolanisches Rohöl optimiert – ein möglicher Effizienzgewinn, den Piper Sandler positiv wertet.
Am 30. Januar folgen die Quartalszahlen. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 1,53 Dollar – ein Rückgang von rund 26 Prozent im Jahresvergleich. Ob das Venezuela-Engagement diese Entwicklung mittelfristig drehen kann, hängt maßgeblich vom Ausgang des heutigen White-House-Treffens ab.
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