Chevron gehörte am Montag zu den stärksten Werten im Dow Jones. Die Aktie legte um 2,12 Prozent zu und schloss bei 206,14 Dollar – während der Gesamtmarkt nachgab.
Der Dow verlor 0,70 Prozent, der S&P 500 fiel um 0,33 Prozent. Auslöser für die Stärke des Ölkonzerns: der Rohölpreis zog kräftig an, WTI stieg um 3,54 Prozent auf 86,35 Dollar je Barrel.
Der eigentliche Termin, auf den Anleger blicken, steht aber erst noch an. Am Dienstag empfängt US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus Vertreter der Ölindustrie – darunter neben Chevron auch Marathon Petroleum, Valero Energy und PBF Energy. Im Mittelpunkt steht der Versuch, die Benzinpreise für Verbraucher zu drücken, bevor die Zwischenwahlen näher rücken.
Zwei gegensätzliche Interessen
Trump setzt dabei auch auf zusätzliche Rohöllieferungen aus Venezuela, gestützt durch einen angekündigten Deal, der den USA die Mehrheit an Ölreserven von mehr als 65 Milliarden Barrel sichern soll. Mehr Rohöl allein löst das Problem an der Zapfsäule aber nicht automatisch.
Weltweit fehlen erhebliche Raffineriekapazitäten – laut Einschätzung von Valero Energy sind durch die Konflikte im Iran und in der Ukraine rund fünf Millionen Barrel tägliche Verarbeitungskapazität ausgefallen.
Exxon-Chef Darren Woods sprach in diesem Zusammenhang von einer Entkopplung zwischen Rohöl- und Benzinpreisen. Für integrierte Konzerne wie Chevron ergibt sich daraus eine zwiespältige Ausgangslage vor dem Treffen: Höhere Rohölmengen und eine bessere Auslastung könnten die Margen stützen, sofern sich die Kapazitäten kurzfristig mobilisieren lassen. Drängt das Weiße Haus die Branche jedoch zu direkten Preisnachlässen an der Zapfsäule, könnte das genau diesen Gewinnhebel begrenzen.
Wie sich Chevron im morgigen Gespräch positioniert, dürfte damit auch Signalwirkung für die kurzfristige Kursentwicklung haben. Zwischen politischem Druck auf die Verbraucherpreise und den eigenen Margenzielen bleibt der Spielraum für den Konzern begrenzt.
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