Chevron könnte bald wieder in einem Markt Fuß fassen, den das Unternehmen einst selbst aufgebaut hat. Berichten zufolge verhandelt der US-Energiekonzern seit rund einem Jahr mit der brasilianischen Ultrapar Group über den Kauf eines 30-prozentigen Anteils an Ipiranga — Brasiliens führendem Kraftstoffhändler. Eine Transaktion, die strategisch mehr ist als eine bloße Kapitalanlage.
Rückkauf einer alten Geschichte
Die Verbindung zwischen Chevron und Ipiranga reicht weit zurück. 2008 verkaufte Chevron sein brasilianisches Texaco-Tankstellennetz für rund 720 Millionen Dollar an Ultrapar — ein Geschäft, das Ultrapar damals rund 23 Prozent des brasilianischen Kraftstoffmarkts und über 5.000 Tankstellen einbrachte. Ein Einstieg bei Ipiranga wäre damit eine Art strategische Rückkehr zu Assets, die Chevron einst selbst aufgebaut hatte.
Die Basis für eine Vertiefung der Partnerschaft ist bereits gelegt. Beide Unternehmen sind gemeinsam im Schmierstoffgeschäft aktiv — über das Joint Venture ICONIC, an dem Chevron 46 Prozent hält. Laut Brazil Journal haben sich die Parteien bereits auf einen Preis geeinigt; derzeit laufen Gespräche über die künftige Governance-Struktur. Eine vollständige Übernahme von Ipiranga steht dabei nicht zur Debatte.
Ultrapar selbst hat die Berichte bislang nicht bestätigt. Auf Anfrage der brasilianischen Wertpapieraufsicht erklärte das Unternehmen am 10. März lediglich, sich als strategische Holdinggesellschaft mit Fokus auf Kapitalallokation zu verstehen — ohne die gemeldete Transaktion zu bestätigen. Reuters-Quellen konnten zudem nicht verifizieren, ob Chevron tatsächlich unter den Interessenten ist.
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Downstream als Wachstumstreiber
Für Chevron passt ein Einstieg in Brasiliens Kraftstoffvertrieb zur aktuellen Strategie. Das Downstream-Segment entwickelte sich im vierten Quartal 2025 deutlich besser: Mit einem Gewinn von 823 Millionen Dollar drehte es gegenüber einem Verlust von 248 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum klar ins Plus — getrieben durch höhere Produktmargen.
Auch operativ läuft es rund. Nach dem Abschluss der Hess-Übernahme peilt Chevron für 2026 ein Produktionswachstum von sieben bis zehn Prozent an. Die Dividende wurde auf 7,12 Dollar je Aktie angehoben. An der Börse spiegelt sich die positive Entwicklung wider: Die Aktie notiert aktuell auf einem neuen 52-Wochen-Hoch von knapp 175 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 31 Prozent zugelegt.
Ob der Ipiranga-Deal letztlich zustande kommt, hängt von Regulierungsgenehmigungen und der finalen Einigung über Governance-Fragen ab. Chevrons Wachstumsagenda — von Kasachstan über Venezuela bis möglicherweise Brasilien — bleibt in jedem Fall ambitioniert.
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