Wenn geopolitische Risiken steigen, wandert der Blick vieler Anleger schnell zu den „großen Tankschiffen“ am Aktienmarkt. Genau davon profitiert Chevron derzeit: Höhere Ölpreise und ein defensiveres Marktumfeld treiben das Interesse an den großen Energiekonzernen. Gleichzeitig zeigt sich, wie nah Chancen und operative Risiken in der Region beieinanderliegen.
Ölpreis als Kurstreiber
Auslöser der jüngsten Stärke ist die sich zuspitzende Lage im Nahen Osten. Angriffe in der Region und Sorgen über Unterbrechungen der globalen Rohölversorgung haben die Risikoprämie am Ölmarkt steigen lassen. Im Quelltext ist sogar die Erwartung zu lesen, Brent könnte in Richtung 100 US-Dollar je Barrel laufen.
In so einem Umfeld greifen Investoren oft zu großen US-Energiewerten wie Chevron. Die Logik dahinter: Solche Konzerne gelten als vergleichsweise stabil und profitieren tendenziell direkt von höheren Ölpreisen – während das operative Risiko in der Region als geringer eingeschätzt wird als bei manchen internationalen Wettbewerbern.
Rückenwind von Analysten
Zusätzlich kam Unterstützung von der Analystenseite. Citigroup hielt gestern an „Buy“ fest und hob das Kursziel an. Auch die Bank of America erhöhte ihr Kursziel und verwies darauf, dass die gestiegene geopolitische „Öl-Risikoprämie“ inzwischen stärker in die Bewertungen einfließt.
Bereits Mitte Februar hatte Melius Research das Papier von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft. Das passt in das Bild einer Marktrotation: In unsicheren Phasen werden etablierte Energie-Schwergewichte wieder stärker als „Sicherheitsanker“ wahrgenommen. Positiv wirkte zuletzt zudem die Ende Januar kommunizierte Erhöhung der Quartalsdividende.
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Leviathan-Stopp: Operatives Risiko bleibt
Ganz ohne Gegenwind läuft die Geschichte aber nicht. Am Wochenende erhielt Chevron laut Bericht vom israelischen Energieministerium die Anweisung, die Produktion im Offshore-Gasfeld Leviathan vorübergehend zu stoppen. Chevron bestätigte die Vorgabe am Samstag und betonte, dass Personal und Anlagen sicher seien. Zudem rief der Konzern für Leviathan „Force Majeure“ aus.
Israel erklärte, die Energieversorgung des Landes werde über alternative Quellen sichergestellt. Parallel dazu laufen die Onshore-Aktivitäten im sogenannten Partitioned Neutral Zone zwischen Kuwait und Saudi-Arabien dem Bericht zufolge normal weiter.
Zum Wochenstart markierte die Aktie mit 162,22 € ein neues 52-Wochen-Hoch. Nach dem starken Lauf (RSI 75,8) dürfte für die nächsten Tage entscheidend sein, ob die Ölpreisstärke anhält und wie lange der Leviathan-Stopp tatsächlich dauert.
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