Chevron macht Nägel mit Köpfen in Venezuela. Der Konzern hat heute neue Vereinbarungen mit dem südamerikanischen Land bekanntgegeben, die seine Joint Ventures auf eine völlig neue Grundlage stellen. Im Kern steht ein Investitionsplan von über 7 Milliarden Dollar für die kommenden fünf Jahre.
Zusätzliche Flächen im Orinoco-Gürtel
Chevron erhält im Rahmen der Vereinbarungen zusätzliche Förderflächen im ressourcenreichen Orinoco-Gürtel. Konkret wurden dem Joint Venture Petroindependencia, an dem Chevron 49 Prozent hält, die Rechte für die angrenzenden Gebiete Carabobo 1 und Carabobo-2-South-A zugesprochen.
Diese Greenfield-Flächen erweitern die bestehende Förderbasis für Schweröl und folgen auf eine Vereinbarung vom April, bei der Chevron seinen Anteil an Petroindependencia bereits ausgebaut und Rechte am Gebiet Ayacucho 8 erhalten hatte.
Das Management verspricht sich davon mehr als eine Verdopplung der Produktion auf rund 600.000 Barrel pro Tag im Vergleich zum laufenden Jahr. Bei Förderkosten von unter 20 Dollar je Barrel und einer breiten Ressourcenbasis wertet Firmenchef Mike Wirth Venezuela als Wachstumsplattform mit besonders niedrigen Kosten innerhalb des Konzernportfolios. Die drei Joint Ventures des Konzerns im Land haben ihre Produktion in diesem Jahr bereits um 15 Prozent gesteigert.
Politischer Rückenwind aus Washington
Die Ausweitung des Chevron-Engagements fällt zusammen mit einer größeren geopolitischen Neuordnung. Venezuelas Nationalversammlung hatte kurz zuvor einem Ölabkommen mit der Trump-Administration zugestimmt, das den USA Zugriff auf einen erheblichen Teil der venezolanischen Ölreserven verschafft.
US-Energieminister Chris Wright reiste im Zuge dessen nach Caracas, um eine Vereinbarung mit einem privaten Unternehmen zu unterzeichnen — Chevron dankte Wright ausdrücklich für seine Vermittlerrolle bei den Verhandlungen.
Für Anleger bedeutet die Ankündigung vor allem eines: Chevron sichert sich früh und günstig Zugriff auf eine der größten Ölreserven der Welt, während die politischen Rahmenbedingungen sich gerade neu ordnen.
Die Aktie hatte bereits im Vorfeld der Ankündigung zugelegt und notierte zuletzt über 210 Dollar. Ob sich die avisierte Produktionsverdopplung tatsächlich in diesem Tempo realisieren lässt, hängt nun maßgeblich davon ab, wie stabil sich die neuen politischen Vereinbarungen mit Caracas erweisen.
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