Die Chevron-Aktie steht zwischen zwei Polen: Auf der einen Seite winken strategische Chancen in Venezuela und ein Rückenwind durch eine Analysten-Hochstufung, auf der anderen Seite belasten ein Produktionsstopp in Kasachstan und ein erwarteter Gewinnrückgang. Genau dieses Spannungsfeld entscheidet in den kommenden Wochen, ob der aktuelle Aufwärtstrend trägt.
Zum Wochenschluss markierte die Aktie mit 167,51 US‑Dollar ein neues 52‑Wochen-Hoch und liegt damit rund 41 % über dem Tief vom April – gleichzeitig signalisiert ein RSI von knapp 76 einen überkauften Markt.
Venezuela als Hebel für Wachstum
Im Fokus stehen derzeit Gespräche der US-Regierung mit Chevron und großen Ölfeld-Dienstleistern wie SLB, Baker Hughes und Halliburton. Ziel ist es, die Ölförderung in Venezuela deutlich zu steigern – und das mit begrenzten zusätzlichen Investitionen.
Konkret soll die nationale Produktion kurzfristig um mehrere Hunderttausend Barrel pro Tag wachsen. Chevron plant, die Förderung aus den Joint Ventures mit PDVSA um bis zu 50 % anzuheben und in den kommenden 18 bis 24 Monaten rund 360.000 Barrel pro Tag zu erreichen. Gelingt diese Ausweitung, wäre das ein wichtiger Beitrag zur regionalen Angebotsausweitung – und ein potenzieller Ertragstreiber für Chevron.
Analystenlob und Portfolioumbau
Parallel kommt Unterstützung von Analystenseite: J.P. Morgan hat Chevron auf „Overweight“ hochgestuft und ein Kursziel von 176 US‑Dollar gesetzt. Im Mittelpunkt der positiven Einschätzung stehen erwartete Kosteneinsparungen von 3 bis 4 Milliarden US‑Dollar bis 2026, die die Profitabilität verbessern sollen.
Operativ treibt Chevron den Umbau seines Portfolios voran. Der Konzern liegt nach Berichten im Plan, den Verkauf seiner Singapur-Aktivitäten im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 abzuschließen. Die Devise: Kapital in die renditestärksten Projekte lenken und weniger profitable Assets konsequent abgeben.
Großanleger kaufen, Insider verkaufen geplant
Auf der Investorenseite zeigt sich ein klares Bild institutioneller Nachfrage. Im dritten Quartal haben mehrere große Vermögensverwalter ihre Positionen deutlich ausgebaut:
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- Mitsubishi UFJ Trust & Banking erhöhte seinen Anteil um 22,1 %
- Jennison Associates stockte um 16,2 % auf
- Resona Asset Management legte um 11 % zu
Diese Zuflüsse unterstreichen das Vertrauen großer Adressen in die mittelfristige Perspektive.
Anders wirken auf den ersten Blick die Insidertransaktionen. Vorstandschef Michael Wirth veräußerte am 5. Januar 2026 Aktien im Wert von rund 52,3 Millionen US‑Dollar. Entscheidend ist hier der Kontext: Die Verkäufe erfolgten im Rahmen eines bereits am 6. November 2024 aufgelegten Rule‑10b5‑1-Handelsplans. Die Transaktionen waren also langfristig vorbereitet und sind nicht zwangsläufig Ausdruck einer aktuellen Einschätzung des Managements zur Aktie. Zusätzlich hatte Aufsichtsrat John B. Hess im November 275.000 Aktien für etwa 41,5 Millionen US‑Dollar verkauft.
Produktionsstopp in Kasachstan belastet
Kurzfristig überlagert eine operative Störung die positive Story. Nach einem Brand in einem Kraftwerk am 18. Januar wurde die Produktion im wichtigen Tengiz-Ölfeld in Kasachstan vorübergehend gestoppt. Betreiber ist Tengizchevroil (TCO), an dem Chevron 50 % hält.
Aus Vorsichtsgründen wurde die Förderung heruntergefahren. Branchenkreise rechnen damit, dass die Anlage noch etwa eine Woche bis zehn Tage offline bleiben könnte. Für Chevron bedeutet das ein temporäres Risiko für die Produktionsvolumina und damit potenziell für die Ergebnisse des laufenden Quartals.
Blick auf Bilanz und Termine
Der nächste zentrale Prüfstein steht bereits fest: Am 30. Januar 2026 legt Chevron die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Analysten erwarten im Konsens einen Gewinnrückgang im Jahresvergleich – die Frage ist, wie stark der Rückgang ausfällt und inwieweit Effizienzprogramme, Portfolioanpassungen und mögliche Venezuela-Impulse die Prognosen für 2026 stützen können.
Die Aktie bietet aktuell eine Dividendenrendite von rund 4,1 % und wird im Konsens mit „Buy“ eingestuft. Mit dem anstehenden Zahlenwerk dürfte sich zeigen, ob der Markt die jüngsten geopolitischen und operativen Entwicklungen eher als Chance für langfristiges Wachstum oder als Belastung für die kurzfristige Ertragskraft bewertet.
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