Piper Sandler hat das Kursziel für Chevron am 12. März 2026 von 179 auf 242 US-Dollar angehoben — ein Sprung von rund 35 Prozent. Analyst Ryan Todd bekräftigte gleichzeitig seine „Overweight“-Einstufung. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Brent-Rohöl hat die Marke von 100 US-Dollar überschritten, und die Internationale Energieagentur bezeichnet die aktuelle Versorgungslage als größte Angebotsunterbrechung der Geschichte.
Portfolioumbau mit Kalkül
Parallel zur Kurszielanhebung hat Chevron sein Portfolio aktiv umgebaut. Die Offshore-Ölbeteiligungen in Angola — Anteile an Block 14 und Block 14K — wurden für eine Basiszahlung von 260 Millionen US-Dollar an Energean verkauft. Bis 2038 können abhängig von Ölpreisen und Produktionsmengen weitere 250 Millionen US-Dollar fließen. Die veräußerten Assets trugen rund 13.000 Barrel täglich zur Nettoproduktion bei.
Gleichzeitig sicherte sich Chevron bei einer Auktion des Bureau of Ocean Energy Management drei neue Offshore-Blöcke im Golf von Mexiko für insgesamt 11,5 Millionen US-Dollar. Der Fokus verschiebt sich also von internationalen Beteiligungen hin zu US-amerikanischen Tiefseefeldern — eine Strategie, die angesichts der Blockade der Straße von Hormus strategisch sinnvoll erscheint.
Starker Lauf, aber RSI im überkauften Bereich
Die Aktie markierte heute ein neues 52-Wochen-Hoch bei 171,68 Euro und liegt damit rund 44 Prozent über dem April-Tief. Der RSI von 75,8 signalisiert dabei eine technisch überkaufte Lage.
Auf der operativen Seite lieferte Chevron im vierten Quartal 2025 einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,52 US-Dollar — und übertraf damit die Konsensschätzung von 1,44 US-Dollar trotz eines Umsatzrückgangs auf 45,8 Milliarden US-Dollar. Das US-Schieferöl-Geschäft gilt Analysten dabei als natürliche Absicherung gegen internationale Lieferausfälle, solange die geopolitischen Spannungen anhalten.
Eine Strafzahlung von einer Million US-Dollar wegen Verstößen gegen das Renewable Fuel Standard-Programm des Clean Air Act bleibt in diesem Umfeld eine Randnotiz.
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