Chevron schaltet im östlichen Mittelmeer einen Gang höher – und das ausgerechnet in einer Region, die lange als kaum investierbar galt. Nur wenige Tage nach starken Quartalszahlen und einer Dividendenerhöhung folgt nun der nächste strategische Schritt: ein Vorstoß vor die Küste Syriens. Doch was steckt hinter dem Plan, ausgerechnet dort nach Öl und Gas zu suchen?
Neues Explorationsabkommen vor Syrien
Laut Reuters hat Chevron am 4. Februar ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, um eine mögliche Öl- und Gasexploration vor der syrischen Küste zu prüfen. Partner sind die Syrian Petroleum Company sowie die qatariische UCC Holding.
Der Schritt passt ins Bild: Chevron ist in der Region bereits präsent und betreibt das große Leviathan-Gasfeld vor Israel. Die syrische Mittelmeerküste liegt geografisch zwischen den bedeutenden Gasfunden vor Israel und Ägypten – ein Gebiet, das in den vergangenen Jahren energiepolitisch und wirtschaftlich stark an Bedeutung gewonnen hat.
Allerdings ist die Vergangenheit ein Warnsignal. Ein früherer Versuch des russischen Unternehmens Soyuzneftegaz aus dem Jahr 2013 wurde zwei Jahre später im Zuge des Bürgerkriegs abgebrochen. Das neue Abkommen ist daher zunächst eine Prüfung – keine sofortige Investitionszusage.
Zahlen, die Rückenwind geben
Dass Chevron gerade jetzt zusätzliche Projekte anstößt, dürfte auch mit dem jüngsten Zahlenwerk zu tun haben. Am 30. Januar meldete der Konzern für das vierte Quartal 2025 einen bereinigten Gewinn von 3,0 Mrd. US-Dollar bzw. 1,52 US-Dollar je Aktie. Damit lag Chevron über den Analystenerwartungen von 1,45 US-Dollar je Aktie. Der Umsatz betrug 46,87 Mrd. US-Dollar.
Im Jahresvergleich fiel der Gewinn dennoch geringer aus: Im vierten Quartal 2024 standen noch 3,6 Mrd. US-Dollar (2,06 US-Dollar je Aktie) zu Buche. Als Hauptgrund nannte Chevron niedrigere Rohölpreise. Zusätzlich belasteten im ausgewiesenen Ergebnis Pensionsabwicklungskosten – inklusive eines Nettoverlusts von 128 Mio. US-Dollar aus diesem Effekt.
Ein klarer Lichtblick war die Produktion: Die weltweite Nettoförderung stieg im Quartal auf 4.045 Tausend Barrel Öläquivalent pro Tag, ein Plus von 20,7% gegenüber dem Vorjahr. Als Treiber wurden die Hess-Übernahme sowie Wachstum im Permian Basin und im „Gulf of America“ genannt. Für 2025 meldete Chevron zudem Rekordwerte: Die weltweite Produktion stieg um 12%, die US-Produktion um 16%.
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Wichtige Eckdaten (Q4 2025):
– Bereinigter Gewinn: 3,0 Mrd. US-Dollar (1,52 US-Dollar je Aktie)
– Umsatz: 46,87 Mrd. US-Dollar
– Operativer Cashflow: 10,8 Mrd. US-Dollar
– Bereinigter Free Cashflow: 4,2 Mrd. US-Dollar
– Produktion: 4.045 Tsd. Barrel Öläquivalent/Tag (+20,7% YoY)
Dividende, Cashflow und Kostendisziplin
Parallel zu den Quartalszahlen erhöhte Chevron die Quartalsdividende um 4% auf 1,78 US-Dollar je Aktie. Es ist das 39. Jahr in Folge mit einer Dividendenerhöhung. Ausgezahlt wird am 10. März 2026.
Auch beim Cashflow setzte der Konzern ein Ausrufezeichen: Für das Gesamtjahr 2025 meldete Chevron 33,9 Mrd. US-Dollar operativen Cashflow – laut Unternehmen der höchste Wert der Firmengeschichte bei vergleichbaren Rohstoffpreisen.
Auf der Kostenseite berichtete Chevron, nach der Hess-Integration das anfängliche Synergie-Ziel von 1 Mrd. US-Dollar erreicht zu haben. Zusätzlich seien 2025 strukturelle Kostensenkungen von 1,5 Mrd. US-Dollar umgesetzt worden. Bis Ende 2026 peilt der Konzern insgesamt 3 bis 4 Mrd. US-Dollar Kostensenkungen an.
Flankierend dazu bekräftigte Chevron laut CNBC Africa auch das Engagement für das Gasprojekt Yoyo-Yolanda an der maritimen Grenze zwischen Äquatorialguinea und Kamerun. Die Felder sollen geschätzt 2,5 Billionen Kubikfuß Gas enthalten.
Ein Kursdetail am Rande: Die Aktie notiert aktuell bei 181,04 US-Dollar und markiert damit ihr 52‑Wochen‑Hoch.
Am 10. März steht die Dividendenzahlung an; die nächsten Quartalszahlen für Q1 2026 werden für den 23. April 2026 erwartet. Bis dahin bleibt entscheidend, ob aus der Syrien-Vereinbarung mehr wird als eine Vorprüfung – und ob Chevron die Kombination aus Produktionswachstum und Kostensenkungen weiter so konsequent in Cashflow übersetzen kann.
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