Chevron startet mit Rückenwind in die neue Woche. Zwei zentrale Projekte – eins in Venezuela, eins im östlichen Mittelmeer – haben am Freitag neue Dynamik bekommen und könnten sowohl die kurzfristige Förderung als auch das langfristige Wachstum spürbar stärken. Entscheidend ist dabei die Kombination aus politischer Öffnung und einem klaren Investitionsbekenntnis.
Lizenzoffensive in Venezuela
Am Freitag bestätigte die US-Energieministerin, dass Washington „so schnell wie möglich“ an einer erweiterten Betriebslizenz für Chevron in Venezuela arbeitet. Zuvor hatte es bereits Hinweise gegeben, dass eine solche Ausweitung kurz bevorstehen könnte.
Der Hintergrund: Chevron ist der einzige große US-Ölkonzern mit laufenden Aktivitäten in Venezuela. Damit verfügt das Unternehmen über einen exklusiven Zugang zu den umfangreichen Ölreserven des Landes.
Eine erweiterte Lizenz hätte mehrere direkte Effekte:
- Höhere Produktion: Chevron könnte seine Fördermengen in Venezuela zügig anheben.
- Mehr Exporte: Zusätzliche Exportmöglichkeiten würden die Vermarktung der geförderten Mengen erleichtern.
- Kurzfristiger Hebel: Im Gegensatz zu vielen Großprojekten könnte eine Freigabe in Venezuela relativ schnell auf die Produktionszahlen durchschlagen.
Für Chevron wäre dies ein wichtiger Baustein, um die Förderung bereits in den kommenden Quartalen zu erhöhen – vorausgesetzt, die politische Seite liefert wie angekündigt.
Leviathan-Ausbau sichert Langfristwachstum
Parallel dazu meldete Chevron am Donnerstag eine Final Investment Decision (FID) für den Ausbau des Leviathan-Gasfelds vor der Küste Israels. Damit ist die Investitionsentscheidung endgültig getroffen und das Projekt geht in die Umsetzungsphase.
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Kernpunkte des Vorhabens:
- Es sollen zusätzliche Förderbohrungen abgeteuft werden.
- Die bestehende Infrastruktur wird ausgebaut und modernisiert.
- Die jährliche Lieferkapazität soll auf rund 21 Milliarden Kubikmeter Gas steigen.
Leviathan ist eines der wichtigsten Gasprojekte der Region. Mit dem Ausbau stärkt Chevron seine Rolle als bedeutender Energieanbieter im östlichen Mittelmeer. Die erhöhten Kapazitäten sollen vor allem Israel, Ägypten und Jordanien zugutekommen und sorgen für klare Sicht auf zukünftige Gasvolumina und zusätzliche Cashflows.
Clay Neff, Präsident von Chevron Upstream, betonte, die Aktivitäten seien „entscheidend, um den wachsenden Energiebedarf lokaler und regionaler Märkte zu decken“ und die Investitionsentscheidung spiegele das Vertrauen in die Energiezukunft der Region wider.
Strategische Einordnung und Kursbild
Beide Nachrichten verdeutlichen Chevrons zweigleisige Wachstumsstrategie:
Einerseits nutzt der Konzern kurzfristige, einzigartige Chancen wie die potenzielle Lizenz-Ausweitung in Venezuela. Andererseits bindet er Kapital in langlaufende Großprojekte wie Leviathan, die über Jahre stabile Beiträge leisten sollen.
An der Börse kamen die Entwicklungen gut an. In der vergangenen Woche legte die Aktie rund 2,4 % zu und notierte am Freitag bei 166,26 US‑Dollar – damit nur knapp unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch von 167,24 US‑Dollar.
Blick auf die nächsten Wochen
Operativ sind die Weichen gestellt, nun rückt die finanzielle Seite in den Vordergrund. Ende Januar – voraussichtlich um den 30. Januar herum – will Chevron die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorlegen. Dann wird sichtbar, wie stark sich das bestehende Geschäft präsentiert und welchen Rahmen das Management für 2026 setzt. Vor diesem Hintergrund geht die Aktie mit einer Kombination aus frischen Wachstumsperspektiven und hoher Erwartungshaltung in die kommenden Handelstage.
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