Chevron liefert das beste Quartal seit mindestens sechs Jahren ab. Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran hat die Energiemärkte durcheinandergewirbelt und die Ölpreise nach oben getrieben. Für Chevron heißt das: Rekordgewinn und eine Aktie, die sich der Bestmarke nähert.
Am Freitag schloss die Aktie bei 170,90 Euro, ein Plus von 2,36 Prozent. Über die vergangenen 30 Tage hat das Papier fast 16 Prozent zugelegt. Zum Rekordhoch von 187,32 Euro aus dem März fehlen nur noch knapp neun Prozent.
Kapitalrückgaben bleiben auf Rekordniveau
Der Ölkonzern nutzte die Ergebnispräsentation, um seinen aggressiven Kurs bei Kapitalrückgaben zu bestätigen. Im zweiten Quartal kaufte Chevron eigene Aktien im Wert von drei Milliarden Dollar zurück. Zusätzlich zahlte der Konzern 3,5 Milliarden Dollar an Dividenden aus.
Für das Gesamtjahr hält Chevron am Rückkaufziel von 10 bis 20 Milliarden Dollar fest. Der Vorstand betont dabei, langfristig vor allem die Bilanz stärken zu wollen. Der Aufsichtsrat beschloss zudem eine Quartalsdividende von 1,78 Dollar je Aktie, zahlbar am 10. September an alle Aktionäre, die am 19. August im Aktienregister eingetragen sind.
Finanzchef Bonner stellte klar: Ein einzelnes starkes Quartal ändert nichts an der grundsätzlichen Strategie. „Weil Energie zyklisch ist, muss unser Geschäft in jedem Zyklus funktionieren. Wir ändern unseren Plan nicht wegen eines einzelnen Quartals“, sagte er.
Venezuela und Irak als neue Wachstumshebel
Neben den Zahlen richteten Chevron-Manager den Blick auf zwei politisch heikle Wachstumsmärkte. In Venezuela, wo die US-Regierung unter Präsident Trump amerikanische Ölkonzerne zu mehr Investitionen drängt, fördern Chevrons Joint Ventures inzwischen rund 280.000 Barrel pro Tag.
Ein Unternehmensvertreter zeigte sich optimistisch: „Wir glauben, dass wir die Produktion in den nächsten 18 bis 24 Monaten um weitere 15 Prozent steigern können.“ Eine Bedingung bleibt allerdings bestehen. Chevron knüpft weiteres Wachstum an günstige Konditionen mit der venezolanischen Regierung.
Im Irak unterzeichnete Chevron eine Vereinbarung mit der Regierung, um eine mögliche Beteiligung an den Ölfeldern West Qurna 2 und Nasiriyah sowie an einer Exportpipeline zu prüfen. Beide Felder liegen in einem der größten Kohlenwasserstoff-Becken der Welt. Für Chevrons Upstream-Portfolio könnte sich damit eine neue langfristige Wachstumslinie öffnen.
Wirth verweist auf operative Disziplin
Konzernchef Mike Wirth ordnete das Quartal als Beleg für die operative Stärke seines Unternehmens ein. „Trotz geopolitischer Unsicherheit und Marktvolatilität konzentrieren sich Chevrons Mitarbeiter darauf, die zuverlässige Energie zu liefern, die die Welt braucht“, sagte er.
Die starke Quartalsleistung sei das Ergebnis diszipliner Investitionen. Sie habe eine Rekord-Förderung in den USA und eine Rekord-Durchsatzmenge in den amerikanischen Raffinerien ermöglicht, so Wirth weiter. Zusätzlich positioniert sich der Konzern nach eigener Aussage, um „amerikanische KI-Dominanz mit Energie zu unterstützen und dabei robuste Cashflows zu erwirtschaften“.
Mit einem RSI von 65,1 liegt die Aktie noch unter der klassischen Überkauft-Schwelle von 70. Charttechnisch bleibt damit Spielraum nach oben, während der fundamentale Rückenwind aus Rekordgewinn, stabilem Rückkaufprogramm und den neuen Wachstumsprojekten in Venezuela und Irak bestehen bleibt.
Chevron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Chevron-Analyse vom 3. August liefert die Antwort:
Die neusten Chevron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Chevron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Chevron: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
