Die Cherry SE setzt auf frisches Geld. Der Peripherie-Hersteller startete am 2. Juli ein Bezugsangebot für eine Barkapitalerhöhung. Zeitgleich verschiebt das Unternehmen die Veröffentlichung des Jahresabschlusses für 2025 erneut – bereits die nächste Verzögerung.
Die Details der Kapitalmaßnahme
Das Bezugsangebot läuft bis zum 15. Juli. Aktionäre können für je fünf bestehende Aktien zwei neue Papiere zeichnen. Nicht gezeichnete Anteile sollen im Rahmen einer Rumpfplatzierung an andere Investoren gehen.
Das Ziel: finanzielle Stärkung und Absicherung des Restrukturierungsprogramms „Project Blossom“. Cherry steckt mitten in der Transformation. Der Konzern will operative Leistungsfähigkeit und Profitabilität verbessern.
Warum die Bilanz erneut wackelt
Die erneute Verschiebung des Jahresabschlusses 2025 hat handfeste Gründe. Cherry wechselte den Wirtschaftsprüfer und das Finanzpersonal. Die Abstimmungsprozesse wurden dadurch aufwendiger.
Hinzu kommt ein fortgeschrittener Bieterprozess für den Geschäftsbereich Digital Health & Services. Ein möglicher Verkauf von Unternehmensteilen beeinflusst ebenfalls den Zeitplan. Klarheit gibt es hier noch nicht.
Extremkurse und Volatilität
Die Aktie erlebte zuletzt eine wilde Fahrt. Am Freitag schloss Cherry bei 1,20 Euro – ein Minus von vier Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 1,34 Euro wurde erst am 1. Juli erreicht.
Nur zwei Wochen zuvor notierte der Titel noch bei 0,30 Euro, dem Jahrestief. Seitdem geht es steil bergauf. Die Kursgewinne der letzten sieben Tage liegen bei 248 Prozent, auf Monatssicht bei 168 Prozent.
Der RSI über 14 Tage steht bei 80,4. Das deutet auf überkaufte Bedingungen hin. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität beträgt knapp 795 Prozent – ein extremes Niveau.
Ob die Kapitalerhöhung die Finanzbasis wirklich stabilisiert, hängt von der Zeichnungsbereitschaft der Aktionäre ab. Entscheidend wird auch sein, ob „Project Blossom“ die Wende bringt und ob der Digital-Health-Verkauf gelingt. Bis zum 15. Juli läuft die Frist.
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