Es ist eine Woche der Gegensätze bei Charter Communications. Der Kabelnetzbetreiber kündigt milliardenschwere Investitionen in den ländlichen Glasfaserausbau an, der CEO tritt auf einer Branchenkonferenz auf – und doch bleibt der Aktie die Erholung verwehrt. Am Freitag schloss das Papier in Frankfurt bei 120,46 Euro, ein Minus von rund 35 Prozent innerhalb eines Monats. Der Abstand zum Jahrestief ist auf null geschrumpft.
Netzausbau in Indiana
Am Freitag gab Charter die Erweiterung seines Spectrum-Glasfasernetzes um mehr als 3.100 weitere Adressen im Wayne County, Indiana, bekannt. Der Schritt ist Teil eines milliardenschweren Bauprogramms: Über sieben Milliarden Dollar investiert das Unternehmen in den Ausbau ländlicher Regionen. Insgesamt sollen rund 1,7 Millionen neue Anschlüsse mit symmetrischen Multi-Gigabit-Geschwindigkeiten versorgt werden – ohne Datenvolumen-Begrenzung oder Modem-Gebühren.
Parallel dazu baut Charter sein Mobilfunkgeschäft aus. Das Segment Spectrum Mobile zählt inzwischen über zwölf Millionen Leitungen. Ein neues Zusatzprodukt für zehn Dollar monatlich soll die Kundenbindung weiter erhöhen.
CEO ringt um Vertrauen
Am Donnerstag sprach CEO Christopher Winfrey auf der MoffettNathanson-Konferenz – ein Auftritt mit Signalwirkung. Die Aktie hatte nach den Quartalszahlen rund ein Viertel ihres Werts eingebüßt. Im ersten Quartal verlor das Unternehmen 120.000 Breitbandkunden. Hinzu kommt der Wegfall des staatlichen Förderprogramms ACP, das einkommensschwache Haushalte bei den Internetkosten unterstützte.
Winfrey setzte dagegen auf die Wachstumsstory im Mobilfunk und den Ausbau des Glasfasernetzes. Ob das reicht, um die strukturellen Probleme im Kerngeschäft zu kompensieren, ist offen.
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Analysten bleiben vorsichtig
Die Stimmung an der Wall Street ist verhalten. Der Konsens liegt bei „Halten“. JP Morgan sieht ein Kursziel von 215 Dollar, RBC Capital bei 220 Dollar. Citigroup blieb zwar bei „Kaufen“, senkte das Ziel aber von 290 auf 230 Dollar – ein Signal, dass selbst Optimisten die Risiken höher gewichten.
Um das Videoangebot zu stärken, integrierte Charter zuletzt Discovery+ kostenlos in seine TV-Pakete. Das Segment verlor im Vorquartal 393.000 Kunden. Die Bündelung von Internet, Mobilfunk und Inhalten ist der Versuch, die Abwanderung zu stoppen.
Im Juli folgen die nächsten Quartalszahlen. Sie werden zeigen, ob Mobilfunkwachstum und Netzausbau den Druck im Kerngeschäft auffangen können – oder ob die Talsohle noch nicht erreicht ist.
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