Centrus Energy treibt die Vermarktung von hochangereichertem, niedrig angereichertem Uran (HALEU) voran. Am Donnerstag meldete das US-Unternehmen den Abschluss eines mehrjährigen Liefervertrags mit dem Reaktorentwickler Antares Nuclear. An den Finanzmärkten sorgte die Nachricht zum Wochenauftakt für Zuspruch: Im heutigen Handel legt die Aktie um 7,7 Prozent auf 136,20 Euro zu.
Vorauszahlungen stützen Ausbau in Piketon
Die Vereinbarung sieht vor, dass die ersten Brennstofflieferungen noch vor dem Ende des Jahrzehnts anlaufen. Zwar nannten die Partner kein genaues Gesamtvolumen des Kontrakts, doch beinhaltet die Übereinkunft finanzielle Vorauszahlungen von Antares. Diese Mittel fließen direkt in den Ausbau der Produktionskapazitäten von Centrus im US-Bundesstaat Ohio.
Antares entwickelt kompakte Mikroreaktoren für den Einsatz auf der Erde sowie für Raumfahrtmissionen. Das Startup wurde unter anderem für das mit 2,2 Milliarden US-Dollar dotierte Janus-Programm der US-Armee ausgewählt, das kleine Reaktoren auf Militärstützpunkten etablieren soll. Centrus-CEO Amir Vexler betonte, der neue Abschluss belege eine reale und sich beschleunigende Nachfrage nach fortschrittlichem Kernbrennstoff.
Strategischer Fokus auf heimische Lieferketten
Für Centrus markiert die Partnerschaft einen weiteren Schritt zur Etablierung einer rein US-amerikanischen Lieferkette. Der Konzern betont, dass der gelieferte Brennstoff ohne ausländische Komponenten oder Vorprodukte hergestellt werde. Dieses sogenannte uneingeschränkte Material unterliegt keinen zivilen Nutzungsauflagen anderer Staaten und eignet sich dadurch auch für Vorhaben der nationalen Sicherheit.
Centrus verfügt im Werk in Piketon über die bislang einzige von der US-Nuklearaufsicht NRC lizenzierte Produktionsstätte für eine Anreicherung auf bis zu 19,75 Prozent Uran-235. Nach Angaben von Dan Leistikow, Vice President Corporate Communications, plant das Unternehmen den Einsatz von Tausenden zusätzlichen Zentrifugen am Standort, um künftig sowohl kommerzielle Reaktoren als auch staatliche Auftraggeber bedienen zu können.
Umsatzwirksamkeit erst gegen Ende des Jahrzehnts
Trotz der dynamischen Auftragslage bleibt Geduld gefragt. Der gesamte Auftragsbestand von Centrus belief sich zum Ende des zweiten Quartals 2026 auf 4,5 Milliarden US-Dollar, wovon rund 2,4 Milliarden US-Dollar auf definitive Verträge entfallen. Kurzfristige Erlöse bringt die neue Vereinbarung jedoch kaum, da erste kommerzielle Neukapazitäten frühestens für das Jahr 2029 erwartet werden.
Für Anleger verschafft der Vertrag dennoch eine verbesserte Planungssicherheit beim kapitalintensiven Hochlauf der Zentrifugen-Fertigung. Ob sich die milliardenschweren Investitionen auszahlen, hängt maßgeblich davon ab, wie zügig die nächste Reaktorgeneration tatsächlich Marktreife erlangt und den prognostizierten Brennstoffbedarf abruft.
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