Der Verschmelzungsvertrag ist notariell beurkundet. Für Minderheitsaktionäre von Centrotherm international wird es damit ernst.
Am 15. Mai 2026 haben Centrotherm international als übertragende und Centrotherm AcquiCo als übernehmende Gesellschaft ihren Verschmelzungsvertrag notariell beurkundet. Der Hauptaktionär hält 90 Prozent des Grundkapitals und hat den Ausschluss der Minderheitsaktionäre formal verlangt. Die festgelegte Barabfindung: 8,74 Euro je Aktie.
Kursrutsch trifft Spekulanten hart
Der Markt hat auf den Schritt reagiert. Am Freitag brach die Aktie um mehr als 25 Prozent auf 9,50 Euro ein. Noch am Mittwoch hatte das Papier bei 12,80 Euro notiert — dem 52-Wochen-Hoch.
Der Abstand zwischen dem aktuellen Kurs und der Abfindung von 8,74 Euro ist damit deutlich geschrumpft. Zuvor hatten Marktteilnehmer offenbar auf eine Nachbesserung spekuliert. Diese Wette ist vorerst nicht aufgegangen.
Ein gerichtlich bestellter Prüfer hat in Aussicht gestellt, die Angemessenheit der 8,74 Euro zu bestätigen. Das erhöht den Druck auf alle, die auf einen höheren Abfindungspreis gesetzt hatten.
Hauptversammlung am 30. Juni entscheidet
Den formellen Beschluss über den verschmelzungsrechtlichen Squeeze-out soll die ordentliche Hauptversammlung am 30. Juni 2026 fassen. Wirksam wird der Ausschluss der Minderheitsaktionäre aber erst später — nämlich mit der Eintragung der Verschmelzung in die Handelsregister beider Gesellschaften. Erst dann gehen die Aktien der Minderheitsaktionäre auf den Hauptaktionär über.
Operatives Geschäft unter Druck
Parallel zum Squeeze-out-Verfahren liefert Centrotherm gemischte operative Signale. Im April meldete das Unternehmen einen Auftrag aus Indien: Der Energieversorger Celloraa Energy integriert sechs PECVD-Systeme der neuen Generation in seine 1,2-GW-Solarzellenproduktion in Surat. Die Anlage soll Anfang 2027 in Betrieb gehen.
Für 2026 hat der Vorstand die Erwartungen jedoch deutlich gedämpft. Die Gesamtleistung soll zwischen 90 und 170 Millionen Euro liegen — nach 186,6 Millionen Euro im Vorjahr. Das EBITDA wird ebenfalls deutlich unter dem Vorjahreswert erwartet.
Die Bilanz zum Jahresende 2025 zeigt eine solide Basis: Die liquiden Mittel stiegen um mehr als 77 Prozent auf 170,7 Millionen Euro. Der Auftragsbestand belief sich auf 330,9 Millionen Euro, davon über 253 Millionen Euro aus der Halbleiterindustrie.
Die Hauptversammlung am 30. Juni ist nun der entscheidende Termin. Stimmt sie dem Squeeze-out zu, folgt die Eintragung ins Handelsregister — und damit das faktische Ende der Börsennotiz von Centrotherm international.
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