Die Celestica-Aktie verzeichnete am heutigen Donnerstag im kanadischen Handel einen Rückgang von 1,4 Prozent auf 410,83 CAD. Trotz dieses kurzfristigen Abwärtstrends, der sich in einem Minus von 15 Prozent über die vergangenen sieben Tage widerspiegelt, untermauern die jüngsten Geschäftszahlen die starke operative Verfassung des Unternehmens. Der Konzern profitiert massiv von den steigenden Investitionen der großen Technologieunternehmen in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz.
Massives Wachstum durch KI-Infrastruktur
Im zweiten Quartal 2026 steigerte Celestica den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 62,4 Prozent auf 4,68 Milliarden US-Dollar. Besonders dynamisch entwickelte sich dabei das Segment Connectivity & Cloud Solutions (CCS), das einen Erlös von 3,81 Milliarden US-Dollar beisteuerte. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte um 83 Prozent auf 2,54 US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Marktbeobachter deutlich.
Diese Entwicklung steht im Einklang mit dem branchenweiten Trend. Experten schätzen, dass die Investitionsausgaben der sogenannten Hyperscaler für das Jahr 2026 ein Volumen zwischen 720 und 745 Milliarden US-Dollar erreichen könnten.
Celestica positioniert sich hierbei als zentraler Fertigungs- und Entwicklungspartner. Das Unternehmen betreut derzeit zehn aktive 1.6T-Programme und bereitet für das Jahr 2026 die Auslieferung maßgeschneiderter Server-Racks für OpenAI vor. Ab 2027 soll zudem die Produktion für das AMD Helios-Programm anlaufen.
Ambitionierte Ziele für das Geschäftsjahr 2026
Angesichts der hohen Nachfrage hat das Management die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2026 angehoben. Der Jahresumsatz soll nun bei 20,5 Milliarden US-Dollar liegen, was einem Zuwachs von 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde.
Beim Gewinn je Aktie stellt das Unternehmen sogar eine Steigerung um 87 Prozent auf 11,30 US-Dollar in Aussicht. Die Betriebsmargen zeigten sich im zweiten Quartal bereits verbessert, was die Effizienz der hochgefahrenen Produktionskapazitäten unterstreicht.
Dennoch gibt es Faktoren, die Anleger zur Vorsicht mahnen. Medienberichten zufolge bleibt die Abhängigkeit von einer kleinen Gruppe großer Cloud-Anbieter ein Risikofaktor für das Geschäftsmodell.
Zudem wurden in den vergangenen 90 Tagen Insiderverkäufe im Umfang von insgesamt 356.553 Aktien registriert. Solche Transaktionen werden am Markt oft aufmerksam beobachtet, auch wenn sie nicht zwingend die langfristigen Aussichten des Unternehmens infrage stellen.
Analysten sehen trotz Volatilität Potenzial
Die Einschätzungen der Finanzexperten bleiben mehrheitlich positiv. Analysten bewerten das Papier im Durchschnitt mit „Moderate Buy“. Das Kursziel für die an der kanadischen Börse gehandelten Anteile wird auf etwa 674,46 CAD taxiert. Dies deutet darauf hin, dass die Fachleute den fairen Wert des Unternehmens deutlich über dem aktuellen Kursniveau sehen.
Einige Marktbeobachter stufen Celestica derzeit sogar als eine der bevorzugten Wahlmöglichkeiten im Bereich der KI-Hardware-Infrastruktur ein. Während die Aktie aufgrund ihrer hohen Volatilität und der Konzentration auf wenige Großkunden als schwankungsanfällig gilt, liefert das fundamentale Wachstum im Bereich der Rechenzentrums-Expansion bisher die notwendigen Argumente für die optimistischen Bewertungen. Die Marktkapitalisierung beläuft sich derzeit umgerechnet auf rund 36,46 Milliarden Euro.
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