Bei Ceconomy läuft im Hintergrund ein fundamentaler Umbau: Der chinesische Online-Händler JD.com hat sich faktisch die Kontrolle gesichert, die Marke Saturn verschwindet weitgehend aus den Innenstädten, und die Logistik wird auf E-Commerce getrimmt. Im Kursbild wirkt das unspektakulär – strategisch steht aber ein möglicher Börsenrückzug im Raum. Wie weit ist dieser Prozess bereits fortgeschritten?
JD.com dominiert – Delisting rückt näher
JD.com hält inzwischen rund 85,2 Prozent der Anteile und kontrolliert das Unternehmen damit de facto allein. Für den Streubesitz bleiben nur noch wenige Aktien übrig, was den Handlungsspielraum des Großaktionärs deutlich erweitert.
Im Fokus steht dabei ein mögliches Delisting von der Börse. Marktbeobachter leiten aus der Beteiligungshöhe die Option eines Squeeze-outs ab, also eines zwangsweisen Herausdrängens der Minderheitsaktionäre gegen Abfindung.
Wichtiger Termin ist die Hauptversammlung am 18. Februar 2026. Dort könnte JD.com die Weichen für den Börsenrückzug endgültig stellen. Für Aktionäre würde dies das Ende der eigenständigen Börsennotierung bedeuten und den Investmentcase klar auf die Frage einer Abfindungshöhe verengen.
Zentrale Fakten zur aktuellen Lage:
- JD.com hält rund 85,2 % der Anteile
- HV-Termin mit möglicher Weichenstellung: 18. Februar 2026
- Kurs nahe 52-Wochen-Hoch bei 4,58 €
- Schlusskurs Freitag: 4,45 €
- Plus über 77 % auf 12-Monats-Sicht
Damit notiert die Aktie nur knapp 3 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch und liegt zugleich rund 77 Prozent über dem Tief der vergangenen zwölf Monate bei 2,50 Euro. Der Kursverlauf spiegelt damit sowohl die operative Stabilisierung als auch die Übernahmefantasie wider.
Markenumbau: Saturn tritt ab, MediaMarkt dominiert
Parallel zur schrittweisen Machtübernahme läuft ein tiefgreifender Umbau des Filialnetzes. Die Doppelstrategie mit Saturn und MediaMarkt wird deutlich zurückgefahren.
- Die Zahl der Saturn-Märkte in Deutschland ist Berichten zufolge auf nur noch rund 53 Standorte gesunken.
- MediaMarkt wurde zur klar dominierenden Marke mit über 350 Filialen ausgebaut.
Ehemalige Saturn-Filialen werden nach und nach in MediaMarkt umgeflaggt. Ziel ist eine Vereinheitlichung des Auftritts, die Bündelung der Marketingbudgets und der Abbau von Doppelstrukturen. Im intensiven Wettbewerb mit reinen Online-Anbietern soll ein schlankeres, klar positioniertes Filialnetz die Kostenbasis verbessern und die Marke stärken.
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Logistik und E-Commerce: Kooperation mit myflexbox
Um im Onlinegeschäft konkurrenzfähiger zu werden, setzt Ceconomy verstärkt auf Logistikpartnerschaften. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Kooperation mit myflexbox.
Über das Netzwerk offener Paketstationen soll insbesondere die „letzte Meile“ effizienter werden:
- Nutzung offener Smart-Locker zur Abholung von Bestellungen
- Ausbau von Click-&-Collect-Angeboten außerhalb der eigenen Filialen
- Effizienzgewinne bei der Zustellung mit dem Ziel sinkender Logistikkosten
Diese Maßnahmen zielen darauf ab, das eigene Omnichannel-Modell – die Verknüpfung von Online- und stationärem Handel – gegenüber Wettbewerbern wie Amazon schlagkräftiger aufzustellen.
Zahlen geben Rückenwind
Trotz der strategischen Eingriffe zeigt das operative Geschäft Stabilität. Im Geschäftsjahr 2024/25 stieg der Umsatz auf 23,1 Milliarden Euro, ein Plus von 5,7 Prozent. Für 2025/26 plant der Vorstand ein bereinigtes EBIT von rund 500 Millionen Euro.
Diese Entwicklung stützt das aktuelle Kursniveau. Charttechnisch liegt der Titel nahe seinen gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50 und 100 Tage (beide um 4,44/4,43 Euro), während der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 4,03 Euro bei gut 10 Prozent liegt. Der 14-Tage-RSI von 52,2 signalisiert ein neutrales, weder überkauftes noch überverkauftes Niveau.
Die Kombination aus solider Ertragsbasis und klarer Mehrheitsstruktur durch JD.com begrenzt die Abwärtsrisiken, limitiert aber gleichzeitig das Potenzial für eigenständige Bewertungsgeschichten.
Fazit: Fokus auf Februar-HV
Die Ceconomy Aktie wird derzeit maßgeblich von der strategischen Agenda von JD.com geprägt. Der operative Umbau – Markenfokussierung auf MediaMarkt, Rückbau von Saturn, Ausbau der Logistik – läuft, während das E-Commerce-Profil geschärft wird.
Mit einem Kurs nahe dem 52-Wochen-Hoch, einem deutlichen Plus im Jahresvergleich und einer Beteiligungsquote von über 85 Prozent durch JD.com rückt die Hauptversammlung am 18. Februar 2026 in den Mittelpunkt: Dort dürfte sich entscheiden, ob der geplante Kurs – inklusive möglichem Delisting und Squeeze-out – in den nächsten Monaten konsequent umgesetzt wird.
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