CATL meldet für das zweite Quartal Rekordzahlen bei Umsatz und Gewinn. Die Aktie reagiert trotzdem kaum. Der Batteriehersteller wagt zudem einen ungewöhnlichen Schritt: den Einstieg in die Wasserkraft.
Der Nettogewinn stieg im April-Juni-Quartal um 36,5 Prozent auf 22,5 Milliarden Yuan, umgerechnet rund 3,32 Milliarden Dollar. Das übertraf die Analystenschätzung von 29,7 Prozent Wachstum. Trotzdem war es das schwächste Quartalswachstum seit über einem Jahr.
Auch beim Umsatz verfehlte CATL knapp die Erwartungen der Analysten. Mit 147,79 Milliarden Yuan erreichte der Konzern zwar einen Rekordwert, ein Plus von 56,92 Prozent zum Vorjahr. Die Wachstumsdynamik lässt spürbar nach.
Margen geraten unter Druck
Die eigentliche Geschichte hinter den Rekordzahlen liegt in den Margen. Die Bruttomarge für Energiespeicher-Batterien fiel im ersten Halbjahr von 25,5 auf 24,0 Prozent. Bei EV-Batterien, weiterhin das größte Geschäftsfeld von CATL, sank die Marge um 1,8 Prozentpunkte auf 20,6 Prozent.
CATL selbst räumt die angespannte Lage ein. Der Konzern bezeichnet Energiespeicher inzwischen als wichtigsten Wachstumstreiber, weil die E-Auto-Branche reift und der Wettbewerb unter Batterieherstellern zunimmt.
In China verliert CATL zudem an Boden. Im Juni lag der Marktanteil bei 42,70 Prozent, ein Rückgang um 3,43 Prozentpunkte gegenüber Mai. BYD kommt auf 18,49 Prozent. Die schwächere Nachfrage nach Elektroautos in China wiegt damit offenbar schwerer als die Vorteile aus dem Speicher-Boom.
Der Sprung in die Wasserkraft
Parallel zu den Zahlen kündigt CATL ein Projekt an, das nichts mit Batterien zu tun hat: den Bau eines Wasserkraftwerks in Sichuan. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 33,4 Milliarden Yuan. CATL geht dafür ein Gemeinschaftsunternehmen mit einer Tochter von SDIC Power Holdings ein, einem staatlichen Energiekonzern, und hält daran einen Anteil von 10 Prozent.
Das Kraftwerk soll eine installierte Leistung von 2,4 Gigawatt erreichen und jährlich 8,65 Milliarden Kilowattstunden erzeugen. Der Betrieb ist erst für 2035 geplant. Der Schritt zeigt, wie CATL über die reine Zellfertigung hinaus in angrenzende Energie-Infrastruktur vordringt.
Diese Strategie passt zum parallelen Ausbau des Speichergeschäfts. Der Anteil der Energiespeichersparte am Halbjahresumsatz stieg von 16 auf 19 Prozent. Beim Lithium-Ionen-Speicher verdoppelte CATL im ersten Quartal fast seine Auslieferungen und hob den globalen Marktanteil laut SNE Research von 26,9 auf 29,9 Prozent.
Aktienrückkauf als Signal
CATL bestätigt außerdem einen Aktienrückkauf im Umfang von 20 bis 40 Milliarden Yuan. Die zurückgekauften A-Aktien sollen eingezogen werden. Nach Angaben des Konzerns entspricht die Rückkaufsumme rund 10,75 Prozent der Barmittel zum 30. Juni. Das Vorhaben muss noch von der Hauptversammlung genehmigt werden, die Umsetzung soll dann innerhalb von zwölf Monaten erfolgen.
Kursbild bleibt neutral
Die Aktie schloss am Freitag bei 383,01 Yuan, ein Minus von 0,77 Prozent zum Vortag. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Plus von 34,78 Prozent zu Buche. Der 14-Tage-RSI von 51 signalisiert nach der Volatilität rund um die Zahlen eine neutrale Marktstimmung.
Die Kombination aus Rekordumsatz und schrumpfenden Margen dürfte den Blick der Anleger in den kommenden Monaten auf zwei Fragen lenken: Wie schnell kompensiert das Speichergeschäft die schwächelnde EV-Sparte in China? Und wie reagiert der Markt auf den ungewöhnlichen Einstieg in die Wasserkraft-Erzeugung, dessen erste Erträge erst 2035 fließen sollen.
CATL-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue CATL-Analyse vom 25. Juli liefert die Antwort:
Die neusten CATL-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für CATL-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
CATL: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
