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CATL Aktie: 33,4 Milliarden für Wasserkraftwerk in Sichuan

CATL übertrifft Gewinnerwartungen im zweiten Quartal, kämpft aber mit sinkenden Margen und kündigt ein überraschendes Wasserkraftprojekt an.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Nettogewinn steigt um 36,5 Prozent
  • Bruttomargen bei Batterien sinken
  • Einstieg in Wasserkraft-Projekt in Sichuan
  • Aktienrückkauf von bis zu 40 Milliarden Yuan

CATL meldet für das zweite Quartal Rekordzahlen bei Umsatz und Gewinn. Die Aktie reagiert trotzdem kaum. Der Batteriehersteller wagt zudem einen ungewöhnlichen Schritt: den Einstieg in die Wasserkraft.

Der Nettogewinn stieg im April-Juni-Quartal um 36,5 Prozent auf 22,5 Milliarden Yuan, umgerechnet rund 3,32 Milliarden Dollar. Das übertraf die Analystenschätzung von 29,7 Prozent Wachstum. Trotzdem war es das schwächste Quartalswachstum seit über einem Jahr.

Auch beim Umsatz verfehlte CATL knapp die Erwartungen der Analysten. Mit 147,79 Milliarden Yuan erreichte der Konzern zwar einen Rekordwert, ein Plus von 56,92 Prozent zum Vorjahr. Die Wachstumsdynamik lässt spürbar nach.

Margen geraten unter Druck

Die eigentliche Geschichte hinter den Rekordzahlen liegt in den Margen. Die Bruttomarge für Energiespeicher-Batterien fiel im ersten Halbjahr von 25,5 auf 24,0 Prozent. Bei EV-Batterien, weiterhin das größte Geschäftsfeld von CATL, sank die Marge um 1,8 Prozentpunkte auf 20,6 Prozent.

CATL selbst räumt die angespannte Lage ein. Der Konzern bezeichnet Energiespeicher inzwischen als wichtigsten Wachstumstreiber, weil die E-Auto-Branche reift und der Wettbewerb unter Batterieherstellern zunimmt.

In China verliert CATL zudem an Boden. Im Juni lag der Marktanteil bei 42,70 Prozent, ein Rückgang um 3,43 Prozentpunkte gegenüber Mai. BYD kommt auf 18,49 Prozent. Die schwächere Nachfrage nach Elektroautos in China wiegt damit offenbar schwerer als die Vorteile aus dem Speicher-Boom.

Der Sprung in die Wasserkraft

Parallel zu den Zahlen kündigt CATL ein Projekt an, das nichts mit Batterien zu tun hat: den Bau eines Wasserkraftwerks in Sichuan. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 33,4 Milliarden Yuan. CATL geht dafür ein Gemeinschaftsunternehmen mit einer Tochter von SDIC Power Holdings ein, einem staatlichen Energiekonzern, und hält daran einen Anteil von 10 Prozent.

Das Kraftwerk soll eine installierte Leistung von 2,4 Gigawatt erreichen und jährlich 8,65 Milliarden Kilowattstunden erzeugen. Der Betrieb ist erst für 2035 geplant. Der Schritt zeigt, wie CATL über die reine Zellfertigung hinaus in angrenzende Energie-Infrastruktur vordringt.

Diese Strategie passt zum parallelen Ausbau des Speichergeschäfts. Der Anteil der Energiespeichersparte am Halbjahresumsatz stieg von 16 auf 19 Prozent. Beim Lithium-Ionen-Speicher verdoppelte CATL im ersten Quartal fast seine Auslieferungen und hob den globalen Marktanteil laut SNE Research von 26,9 auf 29,9 Prozent.

Aktienrückkauf als Signal

CATL bestätigt außerdem einen Aktienrückkauf im Umfang von 20 bis 40 Milliarden Yuan. Die zurückgekauften A-Aktien sollen eingezogen werden. Nach Angaben des Konzerns entspricht die Rückkaufsumme rund 10,75 Prozent der Barmittel zum 30. Juni. Das Vorhaben muss noch von der Hauptversammlung genehmigt werden, die Umsetzung soll dann innerhalb von zwölf Monaten erfolgen.

Kursbild bleibt neutral

Die Aktie schloss am Freitag bei 383,01 Yuan, ein Minus von 0,77 Prozent zum Vortag. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Plus von 34,78 Prozent zu Buche. Der 14-Tage-RSI von 51 signalisiert nach der Volatilität rund um die Zahlen eine neutrale Marktstimmung.

Die Kombination aus Rekordumsatz und schrumpfenden Margen dürfte den Blick der Anleger in den kommenden Monaten auf zwei Fragen lenken: Wie schnell kompensiert das Speichergeschäft die schwächelnde EV-Sparte in China? Und wie reagiert der Markt auf den ungewöhnlichen Einstieg in die Wasserkraft-Erzeugung, dessen erste Erträge erst 2035 fließen sollen.

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Diskussion zu CATL

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.