Ein einzelner Wert reicht manchmal, um einen ganzen Index zum Rekordhoch zu tragen. Am Dienstag war das Caterpillar: Die Aktie sprang zweistellig nach oben und zog den Dow Jones auf ein neues Allzeithoch.
Auslöser war ein Auftragsbestand, der selbst hartgesottene Beobachter überrascht haben dürfte. Zum Ende des zweiten Quartals stand der Backlog bei 72,1 Milliarden Dollar — ein Plus von 9,4 Milliarden Dollar allein gegenüber dem ersten Quartal und satte 34,6 Milliarden Dollar mehr als vor einem Jahr. Diese Visibilität auf künftige Erlöse ist es, die den Markt offenbar stärker beeindruckt hat als die reinen Quartalszahlen selbst.
Turbinen für Rechenzentren als Wachstumstreiber
Hinter dem Auftragsschub steckt vor allem ein Name: künstliche Intelligenz. Die Sparte Power & Energy, die Generatoren, Gasturbinen und Motoren für Industrieanlagen und Rechenzentren liefert, steigerte ihren Umsatz um 17 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar. Der Segmentgewinn kletterte um 30 Prozent auf rund 2 Milliarden Dollar, begünstigt durch die Nachfrage nach Energietechnik für Data Center.
Caterpillar reagiert auf diesen Bedarf mit einem beschleunigten Kapazitätsaufbau. Die Gasturbinen-Fertigung liegt inzwischen beim 2,5-Fachen des Niveaus von 2024. Ein Werk in Wamego, Kansas, wurde binnen weniger als zwölf Monaten für die Produktion des PGM130-Turbinentyps umgerüstet. Zusätzlich soll im vierten Quartal die Fertigung eines mittelschnelllaufenden Gasmotors mit zehn Megawatt Leistung wieder anlaufen — eine Kapazität, die im bisherigen Ziel von 65 Gigawatt bis 2030 noch gar nicht eingepreist war.
Auch Bau- und Bergbaugeschäft zieht mit
Der KI-Boom ist nicht die einzige Stütze. Die Bausparte Construction Industries legte um 35 Prozent auf 8,3 Milliarden Dollar zu, getrieben von kräftiger Nachfrage in Nordamerika, wo die Einzelhandelsstatistik um 27 Prozent stieg. Resource Industries, zuständig für Bergbau- und Steinbruchtechnik, wuchs um 20 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar — mit einem bemerkenswerten Ausreißer bei Schienenfahrzeugen, deren Absatz sich von niedriger Basis aus vervierfachte.
Für das Gesamtjahr 2026 hat Caterpillar die Erwartungen entsprechend angehoben und rechnet nun mit einem Umsatzwachstum im mittleren bis hohen zweistelligen Prozentbereich gegenüber 2025. Der freie Cashflow aus dem Maschinen- und Energiegeschäft soll sich in der oberen Hälfte der Zielspanne von 6 bis 15 Milliarden Dollar einpendeln. Für das dritte Quartal stellt der Konzern bereits ein weiteres Umsatzplus in Aussicht — bei einer im Jahresvergleich höheren bereinigten operativen Marge.
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