Gute Zahlen, schlechte Stimmung: Caterpillar übertrifft im dritten Quartal die Erwartungen, doch die Aktie rutscht vorbörslich um gut zehn Prozent ab. Der Grund liegt weniger im Zahlenwerk als in der Skepsis gegenüber dem KI-Boom, von dem der Konzern stark profitiert.
Zahlen über den Erwartungen
Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 20,7 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 20,5 Milliarden gerechnet. Die operative Marge legte um 310 Basispunkte auf 20,4 Prozent zu.
Der bereinigte Gewinn je Aktie sprang von 4,95 auf 7,20 Dollar. Erwartet worden waren 7,08 Dollar. Der Nettogewinn kletterte von 2,3 auf rund 3,3 Milliarden Dollar.
Konzernchef Joe Creed verwies auf starke Auftragseingänge und einen Rekordauftragsbestand. Das schaffe die Voraussetzungen für ein starkes Gesamtjahr.
Die Energiesparte als Treiber
Treiber ist vor allem die Sparte Power & Energy. Sie stellt Generatoren, Großmotoren und Gasturbinen her, die für die Stromversorgung von Rechenzentren gefragt sind. Inzwischen ist sie das umsatzstärkste Segment und hat damit das klassische Baumaschinengeschäft überholt. Das läuft allerdings ebenfalls rund.
Hinzu kommt eine Kooperation mit Nvidia, um KI direkt auf Maschinen einzusetzen. Das soll die Produktivität steigern und den Verkauf margenstarker Serviceleistungen ankurbeln.
Anleger werden vorsichtiger
Genau diese KI-Nähe belastet die Aktie derzeit. Investoren blicken kritischer auf die gewaltigen Summen, die Technologiekonzerne in Rechenzentren stecken. Steigende Zinsen verschärfen die Sorgen um die Finanzierungskosten des Ausbaus.
Bei rund 640 Dollar droht dem Papier der tiefste Stand seit Januar. Vom Rekordhoch von fast 1.100 Dollar im Sommer hatte die Aktie bis Mittwoch bereits 33 Prozent verloren. Auf Sicht des laufenden Jahres steht dennoch ein Plus von etwa einem Viertel, der Börsenwert liegt bei knapp 330 Milliarden Dollar.
Die Reaktion zeigt, wie hoch die Messlatte lag: Selbst ein Rekordauftragsbestand und überraschend starke Margen reichen derzeit nicht, um die Sorgen um den KI-Ausbau zu überdecken.
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