Auf Fachmessen präsentiert Carl Zeiss Meditec KI-gestützte Plattformen und neue Chirurgie-Werkzeuge. Auf dem Börsenparkett herrscht indes tiefste Skepsis. Das Medizintechnikunternehmen aus Jena kämpft an mehreren Fronten: Eine schrumpfende Marge, ein ungelöstes Führungsvakuum und ein drohender Preiskampf in China belasten das operative Geschäft massiv.
Der Abwärtsdruck auf die Aktie hält unvermindert an. Zum Wochenschluss rutschte das Papier auf 26,14 Euro ab. Damit summiert sich das Minus seit Jahresbeginn auf fast 34 Prozent. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 22,9 signalisiert inzwischen eine stark überverkaufte Situation.
Profitabilität unter Druck
Wie hart das Marktumfeld derzeit ist, zeigten die jüngsten Quartalszahlen. Der Umsatz schrumpfte um knapp fünf Prozent auf 467 Millionen Euro. Besonders deutlich fiel der Rückgang in der Region Amerika aus. Dort sorgten ein schwaches Investitionsumfeld und geopolitische Unsicherheiten für ein Umsatzminus von fast 13 Prozent.
Die eigentliche Baustelle liegt bei der Profitabilität. Das operative Ergebnis (EBITA) brach von rund 35 Millionen Euro im Vorjahr auf magere 8,1 Millionen Euro ein. Die entsprechende Marge schmolz auf 1,7 Prozent zusammen.
Parallel dazu fehlt dem Konzern eine dauerhafte Spitze. Nachdem Maximilian Foerst den Vorstandsvorsitz wegen nicht regelkonformen Verhaltens Ende 2025 abgeben musste, führt Andreas Pecher die Geschäfte interimsweise. Der Aufsichtsrat sucht weiterhin nach einer langfristigen Lösung.
Warten auf den China-Tender
Operativ richtet sich der Blick derweil nach Asien. Im April oder Mai steht in China ein neues volumenbasiertes Beschaffungsverfahren (Tender) für Intraokularlinsen an. Marktbeobachter rechnen aufgrund des erstarkten lokalen Wettbewerbs mit erheblichem Preisdruck. Carl Zeiss Meditec hatte im ersten Quartal bereits eine bifokale Linse aus dem laufenden Verfahren zurückgezogen.
Das Management arbeitet nun unter Hochdruck an der Zulassung eines Nachfolgemodells. Gelingt die Registrierung vor dem Start der neuen Ausschreibung, könnte dies die Verhandlungsposition im asiatischen Raum spürbar verbessern.
Innovationen und Kostenschnitt
Um dem Gegenwind zu trotzen, setzt das Unternehmen auf Produktneuheiten. Auf der jüngsten ASCRS-Konferenz in Washington präsentierte der Konzern unter anderem Updates für den IOLMaster 700 und die neue KI-Plattform ZEISS VisioGen. Diese Werkzeuge sollen Augenarztpraxen effizienter machen und die Kundenbindung stärken.
Die strategische Neuausrichtung nimmt am 12. Mai konkrete Formen an. Mit der Vorlage des Halbjahresberichts präsentiert das Management einen aktualisierten Ausblick für das laufende Geschäftsjahr. Auf der Agenda stehen konkrete Kostensenkungsmaßnahmen, eine Neubewertung der Forschungsbudgets und Details zur beschleunigten Produktlokalisierung in wichtigen Zielmärkten. Experten kalkulieren für das Gesamtjahr 2026 aktuell mit einem Gewinn je Aktie von 1,55 Euro.
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