Drei Investmentbanken, drei Kurszielkürzungen, eine klare Botschaft: Carl Zeiss Meditec steckt tiefer in der Krise als der Markt bislang eingepreist hatte. Der Halbjahresbericht zum Geschäftsjahr 2025/26 hat die Lage schonungslos offengelegt.
Schwache Zahlen, breite Analystenreaktion
Die Erlöse sanken im ersten Halbjahr um knapp sechs Prozent auf 991 Millionen Euro. Der bereinigte Gewinn je Aktie brach von 0,81 auf 0,48 Euro ein. Bernstein Research senkte das Kursziel auf 26,10 Euro und beließ die Einstufung bei „Market-Perform“ — das laufende Geschäftsjahr werde ein tieferer Tiefpunkt sein, bevor das neue Sparprogramm greife. Goldman Sachs kürzte auf 28 Euro („Neutral“), JPMorgan auf 21,70 Euro — mit der klarsten Einschätzung: Analyst David Adlington sieht kurz- und mittelfristig erhebliche Korrekturrisiken für die Markterwartungen.
Hinter den Zahlen stecken zwei strukturelle Probleme. In China drücken lokale Konkurrenten die Preise aggressiv nach unten, neue staatliche Ausschreibungsregeln für Linsen belasten das Geschäft zusätzlich. In Amerika halten sich kleinere Praxen und Kliniken mit Investitionen zurück.
ProfitUp soll die Wende bringen
Das Management reagierte mit dem Restrukturierungsprogramm „ProfitUp“. Es soll bis 2028/29 eine jährliche Ergebnisverbesserung von mehr als 200 Millionen Euro liefern. Mittelfristig peilt der Vorstand eine bereinigte EBITA-Marge von über 15 Prozent an — langfristig soll sie in die frühere Zielspanne von 16 bis 20 Prozent zurückkehren.
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Bernstein-Analystin Susannah Ludwig fasst das Dilemma präzise zusammen: Das Programm werde bei Anlegern gut ankommen, entscheidend seien aber Umsetzungserfolge. Für das Gesamtjahr erwartet Carl Zeiss Meditec einen Umsatz von 2,15 bis 2,20 Milliarden Euro bei einer bereinigten EBITA-Marge von 8 bis 10 Prozent — Zahlen, die unter den ursprünglichen Erwartungen liegen. Die ursprüngliche Jahresprognose hatte das Management bereits ausgesetzt.
Aktie unter Druck, Erholung fragil
Die Kursbewegungen der vergangenen Woche illustrieren die Verunsicherung: Auf den anfänglichen Kurssprung von rund neun Prozent am Berichtstag folgte ein Rücksetzer unter die 50-Tage-Linie. Zum Wochenschluss notierte die Aktie bei 25,18 Euro — ein Minus von knapp 2,5 Prozent auf Sieben-Tages-Sicht und fast 59 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 62,50 Euro.
Das durchschnittliche Analystenkursziel liegt bei 32,09 Euro und damit deutlich über dem aktuellen Niveau. Wie weit dieser Abstand schrumpft, hängt davon ab, ob „ProfitUp“ in den kommenden Quartalen erste messbare operative Verbesserungen liefert — oder ob JPMorgans pessimistisches Szenario die realistischere Einschätzung bleibt.
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