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Cardano: van Rossem-Upgrade am 28. Juni

Cardano steht vor einem historischen Hard Fork und dem möglichen Start eines Spot-ETF, während der ADA-Kurs auf ein Jahrestief fällt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Erster dezentraler Hard Fork startet
  • Leios-Testnet mit 500 TPS geplant
  • ETF-Entscheidung frühestens im August
  • ADA-Kurs auf 52-Wochen-Tief gefallen

Cardano steht vor einer der dichtesten Entwicklungswochen seiner Geschichte. Technisches Upgrade, Governance-Premiere und ein regulatorischer Termin fallen zusammen — während der Kurs auf ein 52-Wochen-Tief gefallen ist.

Erster dezentraler Hard Fork geht in die Zielgerade

Das „van Rossem“-Upgrade auf Protokollversion 11 befindet sich in der finalen Governance-Phase. Die Initiierung erfolgte am 16. Juni 2026. Der frühestmögliche Aktivierungstermin ist der 28. Juni — je nach Bereitschaft des Ökosystems kann sich die Umsetzung bis zum 23. Juli verschieben.

Technisch bringt das Upgrade Leistungsverbesserungen für Plutus-Smart-Contracts, neue kryptografische Funktionen und bereinigte Ledger-Regeln. Bestehende Contracts bleiben kompatibel. Wallets, Exchanges und dezentrale Anwendungen müssen kaum Anpassungen vornehmen.

Das Besondere liegt nicht im Code, sondern im Prozess. Zum ersten Mal in Cardanos Geschichte läuft ein Hard Fork vollständig über das Voltaire-Governance-Framework. Statt einseitiger Kontrolle durch IOG mussten drei unabhängige Gruppen zustimmen: delegierte Repräsentanten (DReps), das Verfassungskomitee und Stake-Pool-Betreiber. Über 80 Prozent des aktiven DRep-Stakes stimmten für das Upgrade — eine der eindeutigsten Governance-Entscheidungen im Netzwerk bisher.

Der Name ehrt Max van Rossem, einen Cardano-Governance-Beitragenden, der am 11. Januar 2026 verstarb — an demselben Tag, an dem sein Sohn geboren wurde.

Leios-Testnet und der Weg zur Skalierung

Parallel läuft die Entwicklung von Ouroboros Leios. Das Testnet umfasst inzwischen über 705.000 Codezeilen und mehr als 5.700 Updates. IOG plant einen Durchsatz von 500 Transaktionen pro Sekunde — verglichen mit derzeit etwa 10. Das wäre eine Steigerung um das 50- bis 60-Fache. Der Mainnet-Start ist für Ende 2026 geplant.

Das van-Rossem-Upgrade legt dafür das Fundament. Es bereitet den Weg für die Dijkstra-Ära, die wiederum Voraussetzung für Leios ist.

ETF-Fenster öffnet sich im August

Am 9. Februar 2026 startete die CME mit Cardano-Futures. Damit begann eine sechsmonatige Frist, die das SEC-Framework für Spot-ETF-Anträge voraussetzt. Der 9. August 2026 ist der frühestmögliche Termin, an dem diese Bedingung erfüllt ist.

Grayscale hat bereits einen dedizierten ADA-ETF beantragt — intern als GADA geführt. Aktiviert Grayscale oder NYSE Arca den Antrag am 9. August, hat die SEC bis zum 23. Oktober 2026 Zeit für eine finale Entscheidung. Bitwise und Canary Capital verfolgen ähnliche Pläne. Ende 2026 könnten mehrere ADA-ETFs gleichzeitig an den Start gehen.

Ein Risiko bleibt: Stuft die SEC ADA als Wertpapier ein, werden ETF-Zulassungen unwahrscheinlich — und bereits eingereichte Produkte könnten scheitern.

Kurs auf Jahrestief, Governance unter Druck

Der Markt bewertet die Entwicklungen bislang skeptisch. ADA notiert bei 0,14 USD — ein neues 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn hat die Kryptowährung knapp 60 Prozent verloren, gegenüber dem Hoch von 1,01 USD im August 2025 sind es mehr als 85 Prozent. Der RSI liegt bei 24,7 und zeigt damit stark überverkaufte Bedingungen an.

Hinzu kommen strukturelle Schwächen. Das Cardano-DeFi-Ökosystem kommt auf ein Total Value Locked von rund 171 Millionen USD — weit hinter Solana und Ethereum. Ein Antrag auf einen 33-Millionen-ADA-Forschungsfonds scheiterte kürzlich im Governance-Prozess.

Das Governance-Framework hat sich dennoch als funktionsfähig erwiesen. Künftige Upgrades — einschließlich Dijkstra und Leios — durchlaufen denselben dreistufigen Ratifizierungsprozess. Kein einzelner Akteur kann sie erzwingen oder blockieren. Ob das für Investoren ein überzeugendes Argument ist, wird der Kurs bis Oktober zeigen.

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