Während ADA die stärkste Wochenrally seit Monaten hinlegt, zieht sich einer der drei Gründungsorganisationen von Cardano aus einem zentralen Steuerungsgremium zurück. Kursstärke und Governance-Ärger fallen damit fast zeitgleich zusammen — ein Kontrast, der zeigt, wie unterschiedlich die Baustellen im Cardano-Ökosystem gerade liegen.
Kursrally trifft auf abkühlenden Derivatemarkt
ADA legte binnen sieben Tagen rund 24 Prozent zu und übertraf damit sowohl Ethereum als auch Solana. Der Kurs bewegt sich aktuell bei etwa 0,18 Dollar, nachdem er Anfang Juli bis auf 0,14 Dollar gefallen war. Die Erholung ging mit einem spürbaren Abbau gehebelter Positionen einher: Das Open Interest am Terminmarkt sank um 8 Prozent auf 434 Millionen Dollar, während die Funding Rate von 0,0093 auf 0,0029 Prozent zurückging.
Long-Liquidationen machten den Großteil der jüngsten Abwicklungen aus — ein Zeichen, dass überhitzte Wetten auf steigende Kurse aus dem Markt gedrängt wurden. Whale-Adressen mit Beständen zwischen 100 Millionen und einer Milliarde ADA halten ihre Position bei 2,53 Milliarden ADA weitgehend unverändert, ein neues Kaufsignal bleibt bislang aus. Der Support liegt bei 0,14 Dollar, der nächste Widerstand zwischen 0,19 und 0,20 Dollar.
EMURGO zieht sich aus Pentad zurück
Parallel zur Kursbewegung sorgt EMURGO für Schlagzeilen. Die Organisation, Mitentwicklerin der SecondFi-Wallet und eine der drei Cardano-Gründungsentitäten, tritt aus der Pentad-Governance-Gruppe zurück. Als Begründung nennt EMURGO die Konzentration auf die Rückerstattung von Nutzergeldern nach dem Wallet-Exploit vom vergangenen Monat, bei dem rund 16 Millionen ADA im Gegenwert von 2,4 Millionen Dollar aus 374 Wallets abflossen.
Pentad wurde Anfang des Jahres als Koalition aus Input Output Global, der Cardano Foundation, Intersect, der Midnight Foundation und EMURGO gegründet und sollte netzwerkweite Infrastrukturentscheidungen koordinieren. In der Community löste der Rückzug Kritik aus — sowohl am Umgang mit dem Exploit als auch an offenen Fragen zu Treasury-Mitteln aus einem im Januar genehmigten Fördertopf, dessen genaue Verbindung zu EMURGO bislang ungeklärt bleibt.
Die kommenden Wochen dürften zeigen, wie belastbar die aktuelle Erholung ist. Ende Juli steht mit der Van-Rossem-Hard-Fork das nächste technische Update an, ab dem 9. August beginnt zudem die SEC-Prüfung eines Spot-ADA-ETF-Antrags von Grayscale.
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