Bei Cardano klaffen Kursentwicklung und Hintergrundaktivität derzeit weit auseinander. Während der Token nahe seinem Jahrestief notiert, füllen Großinvestoren ihre Bestände massiv auf. Parallel dazu läuft eine wegweisende Abstimmung über die zukünftige Finanzierung des Netzwerks.
Auf dem Kurszettel sieht die Lage trüb aus. ADA handelt aktuell bei 0,25 US-Dollar und damit nur knapp über dem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus auf rund 31 Prozent.
Im Hintergrund zeichnet sich ein anderes Bild ab. Wale greifen massiv zu. Laut der Analyseplattform Santiment akkumulierten diese Großinvestoren zuletzt rund 819 Millionen ADA. Die Zahl der großen Wallets kletterte damit auf ein Vier-Monats-Hoch. Marktbeobachter werten dies als signifikanten Kaufschub abseits der allgemeinen Marktstimmung.
Entwickler beantragen Millionenbudget
Das zentrale Ereignis im Ökosystem ist derweil politischer Natur. Bis zum 24. Mai stimmen gewählte Delegierte über das Finanzierungspaket von Input Output (IO) ab. Der Hauptentwickler hinter Cardano beantragt für 2026 knapp 47 Millionen US-Dollar aus der Gemeinschaftskasse. Das entspricht etwa der Hälfte des Vorjahresbudgets. IO will die Abhängigkeit von Community-Mitteln damit schrittweise reduzieren.
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Die Gelder sollen primär in zwei große Upgrades fließen. Das Konsens-Update Leios zielt darauf ab, die Transaktionskapazität massiv zu erhöhen. Das Netzwerk strebt einen Durchsatz von über 1.000 Transaktionen pro Sekunde an. Ein weiteres Projekt namens Pogun soll Bitcoin-basiertes DeFi auf Cardano ermöglichen. Nutzer könnten so Renditen auf ihre Bitcoin-Bestände erzielen, ohne einen zentralen Verwahrer zu benötigen.
Bewährungsprobe für die Dezentralisierung
Cardano operiert seit März vollständig unter der Kontrolle der Community. Die sogenannte Voltaire-Ära macht IO zu einem gewöhnlichen Antragsteller. Für eine Auszahlung aus der milliardenschweren Gemeinschaftskasse ist nun eine Zustimmung von 67 Prozent der aktiven Stimmrechte erforderlich.
Die Abstimmung markiert einen Präzedenzfall für die neue Governance-Struktur. Lehnt die Community den Antrag ab, drohen Verzögerungen bei den geplanten Testnetz-Starts im Juni. Ein positives Votum würde hingegen die Finanzierung der technischen Roadmap für das laufende Jahr sichern.
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