Die Cardano Foundation weitet ihre praktische Anwendung im internationalen Handel massiv aus. Durch eine Partnerschaft mit dem Technologieunternehmen Blockforce werden künftig mehr als 500.000 Datensätze brasilianischer Exporteure auf der Cardano-Blockchain verankert. Wie Cryptobriefing berichtet, erfolgt der erste produktive Einsatz beim Unternehmen Azzas 2154, das 6.200 Lieferanten und rund 95.000 Rechnungen in das System integriert.
Neue Partnerschaft und Kostensenkungen
Das Projekt nutzt einen sogenannten Dual-Ledger-Ansatz: Während sensible Daten über Hyperledger Fabric verarbeitet werden, dient Cardano zur Speicherung der kryptografischen Beweise für die Echtheit der Dokumente.
Laut Projektberichten ermöglicht der Einsatz der uVerify-Lösung eine Kostenreduktion von bis zu 92 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren. Der bestehende Vertrag sieht vor, bis zum Jahr 2030 insgesamt 6,5 Millionen Datensätze zu verarbeiten. Eine Expansion in die Lieferketten der Automobil- und Pharmaindustrie ist bereits in Planung.
Diese Entwicklung unterstreicht den Fokus auf reale Anwendungsfälle, während das Ökosystem zugleich bei den internen Kennzahlen wächst. Am gestrigen Montag erreichte der Gesamtwert der im DeFi-Sektor hinterlegten Einlagen (Total Value Locked) ein Rekordhoch von 65,33 Millionen US-Dollar. Parallel dazu stieg die Marktkapitalisierung der auf dem Netzwerk emittierten Stablecoins auf 64,53 Millionen US-Dollar.
Skalierungserfolge im Testnetz
Flankiert wird die operative Expansion von technologischen Fortschritten bei der Netzwerkgeschwindigkeit. Aktuelle Benchmarks aus dem Leios-Testnetz belegen einen deutlichen Skalierungssprung.
Die Datenübertragungsrate stieg von 4,51 auf 26,8 Kilobyte pro Sekunde, was einer Beschleunigung um rund 500 Prozent entspricht. Damit nähert sich das Netzwerk dem Zielwert von etwa 45 Transaktionen pro Sekunde an, der für ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell des Protokolls bis 2029 als notwendig erachtet wird.
Am heutigen Dienstag notiert Cardano bei 0,2183 USD, was einem Tagesverlust von 2,2 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert damit ein Minus von 38 Prozent. Trotz der kurzfristigen Kursschwäche treiben die Entwickler von IOG die Infrastruktur weiter voran.
Am vergangenen Wochenende wurde die Node-Version 11.1.1 veröffentlicht. Dieses Update ist der erste von vier geplanten Meilensteinen, um das Netzwerk auf künftige Erweiterungen vorzubereiten. Es behebt Probleme beim Speicherverbrauch sowie Schwierigkeiten beim Start der Blockchain.
Technische Weichenstellung für 2027
Die Veröffentlichung der neuen Node-Software dient als direktes Fundament für das Dijkstra-Upgrade, dessen Roadmap bereits vor gut drei Wochen vorgestellt wurde. In etwa einem Monat soll mit der Version 11.2 der nächste Schritt folgen, bevor das DijkstraNet-Testnetz startet. Dieses wird neue Funktionen wie Nested Transactions und die Programmierumgebung Plutus V4 einführen.
Für den eigentlichen Hardfork nennen Analysten zwei Zeitfenster: Ein moderat wahrscheinlicher Zeitraum liegt zwischen dem 5. Dezember 2024 und dem 4. Januar 2027. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die Umstellung jedoch zwischen dem 24. Februar und dem 26. März 2027 erwartet.
Bevor diese großen Änderungen greifen, steht am 1. Oktober zunächst der Start des RealFi-Mainnets an, der die Brücke zwischen klassischem Finanzwesen und Blockchain-Technologie weiter festigen soll. Eine weitere Optimierung der Transaktionsgeschwindigkeit durch das Protokoll Peras ist separat für das zweite Quartal 2027 vorgesehen.
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