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Carbios Aktie: Nettoverlust steigt auf 34,3 Millionen

Benoît Grenot wird neuer CEO von Carbios. Die Aktie fällt um knapp fünf Prozent. Wichtige Projekte in Frankreich und China stehen im Fokus.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Benoît Grenot übernimmt als Vorstandschef
  • Aktie verliert knapp fünf Prozent
  • PET-Recyclinganlage in Longlaville geplant
  • China-Projekt mit Wankai New Materials

Carbios stellt die Führung neu auf. Seit heute leitet Benoît Grenot den Posten des Vorstandschefs, nachdem Vincent Kamel zum 31. Mai zurückgetreten ist. Der Wechsel kommt in einer Phase, in der das französische Biotech-Unternehmen weiter an seinen industriellen Recyclingprojekten arbeitet.

An der Börse kommt das nicht gut an. Die Aktie verliert 4,96 Prozent auf 7,85 Euro und liegt damit fast exakt auf dem 50-Tage-Durchschnitt von 7,84 Euro. Seit Jahresbeginn hat der Titel gut 32 Prozent eingebüßt.

Neuer Chef, alte Baustellen

Grenot übernimmt ein Unternehmen mit ambitionierter Agenda. Carbios entwickelt Enzymverfahren, die Kunststoffe und Textilien in ihre Bestandteile zerlegen sollen. Im Fokus stehen PET-Biorecycling und PLA-Biodegradation. Beide Technologien sollen in Richtung industrieller Nutzung vorankommen.

Der wichtigste Einzelpunkt bleibt Longlaville in Frankreich. Dort plant Carbios eine Anlage für 50.000 Tonnen vorbehandelten PET-Abfall pro Jahr. Für das Projekt sind bereits öffentliche Mittel von 42,5 Millionen Euro gesichert. Die Finanzierung soll im dritten Quartal stehen. Der Produktionsstart ist für das erste Halbjahr 2028 vorgesehen.

China als zweites Standbein

Parallel dazu baut Carbios mit Wankai New Materials ein PET-Recyclingwerk in China auf. Wankai hält daran 70 Prozent und ist damit Mehrheitsgesellschafter. Der Baubeginn ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen, die Inbetriebnahme rund ein Jahr später.

Hinzu kommt ein Kapitalbaustein aus Asien. Wankai hat zugesagt, bis Juni 2026 fünf Millionen Euro in das Eigenkapital von Carbios einzuzahlen. Für das Unternehmen ist das wichtig, weil die Projektfinanzierung und der Ausbau der internationalen Präsenz weiter Geld binden.

Verlust bleibt hoch

Operativ hat Carbios 2025 zwar Kosten gesenkt. Trotzdem fiel unter dem Strich ein Nettoverlust von 34,3 Millionen Euro an, nach 23,4 Millionen Euro im Jahr davor. Der operative Verlust sank um sieben Millionen Euro. Das ist ein Schritt nach vorn, aber noch kein Wendepunkt.

Die Liquidität bleibt vorerst solide. Zum 31. Dezember 2025 verfügte die Gruppe über 59 Millionen Euro Cash. Nach Unternehmensangaben reicht das für den laufenden Betrieb über mehr als zwölf Monate. Für 2026 rechnet Carbios ohne Longlaville mit einem Mittelabfluss von rund 20 Millionen Euro.

Technisch wirkt die Aktie derzeit angeschlagen, aber nicht panisch. Der RSI liegt bei 51,7, die 30-Tage-Volatilität bei 45,38 Prozent. Entscheidend wird nun, ob Grenot die Finanzierung von Longlaville fristgerecht absichert und der China-Plan sichtbar vorankommt.

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Diskussion zu Carbios

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.