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Carbios Aktie: 27 Prozent Minus in sieben Tagen

Neuer CEO und verschobene Werksprojekte belasten die Carbios-Aktie. Der Kurs fällt auf Jahrestief, während wichtige Meilensteine wackeln.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie verliert über 27 Prozent
  • Führungswechsel zu Benoît Grenot
  • Wankai-Kapitalerhöhung verschoben
  • Werkstart in China verzögert sich

Neuer Chef, verzögertes Projekt, Kurs nahe am Jahrestief — bei Carbios verdichten sich die Probleme. Die Aktie des französischen PET-Biorecycling-Spezialisten verlor allein in den vergangenen sieben Handelstagen mehr als 27 Prozent und notiert mit 6,01 Euro nur noch knapp über dem 52-Wochen-Tief von 5,75 Euro.

Führungswechsel zum ungünstigen Zeitpunkt

Seit dem 1. Juni leitet Benoît Grenot das Unternehmen. Er löst Vincent Kamel ab, der mit 64 Jahren in den Ruhestand geht. Grenot war zuvor stellvertretender CEO und bringt vor allem internationale Erfahrung in China mit — ein Profil, das der Aufsichtsrat angesichts der Asien-Strategie bewusst hervorhebt.

Der Wechsel kam allerdings zu einem denkbar ungünstigen Moment. Zeitgleich rutschte ein wichtiger Projektmeilenstein.

Wankai-Kapitalerhöhung und Werksstart verschoben

Carbios und der chinesische Partner Wankai haben die geplante Kapitalerhöhung über 5 Millionen Euro verschoben. Der Abschluss soll nun bis Ende 2026 erfolgen — ursprünglich war der 2. Juni 2026 als Termin vorgesehen, zu einem Ausgabepreis von 8,09 Euro je Aktie. Chinesische Behördengenehmigungen stehen noch aus.

Schwerer wiegt die technische Verzögerung beim Werk in Haining, Provinz Zhejiang. Die Inbetriebnahme verschiebt sich auf das erste Halbjahr 2028 — rund ein Jahr später als geplant. Carbios nennt als Grund zusätzlichen technischen Anpassungsbedarf, um den eigenen Prozess auf die spezifischen Gegebenheiten des Standorts abzustimmen.

Longlaville und die Liquiditätslage

Das französische Flaggschiff-Werk in Longlaville wartet noch auf seine vollständige Finanzierung. Von den geplanten Gesamtkosten von 230 Millionen Euro sind 42,5 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln bereits vertraglich gesichert. Die restlichen Komponenten sollen in den kommenden Wochen finalisiert werden — Ziel ist ein Abschluss bis zum dritten Quartal 2026.

Immerhin: Carbios schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einer Kassenposition von 59 Millionen Euro ab. Der geplante Mittelabfluss für 2026 liegt bei rund 20 Millionen Euro, Longlaville ausgeklammert. Das reicht rechnerisch weit über die nächsten zwölf Monate hinaus.

Für das Longlaville-Projekt spricht auch die Nachfrageseite. Carbios hat bereits Vorvermarktungsverträge für knapp 50 Prozent der künftigen Produktionskapazität abgeschlossen — mit Abnehmern aus der Kosmetik-, Getränke- und Reifentextilbranche.

Nächste Meilensteine

Der RSI liegt bei 29 — technisch überverkauftes Terrain. Seit dem Jahreshoch im Dezember 2025 hat die Aktie fast 62 Prozent verloren.

Für den neuen CEO Grenot zählen jetzt drei konkrete Aufgaben: chinesische Behördengenehmigungen für Wankai, Finanzierungsabschluss für Longlaville und der Baustart. Am 18. Juni findet die Hauptversammlung statt, am 24. September folgen die Halbjahreszahlen. Bis dahin muss Grenot zeigen, dass der Fahrplan hält.

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Diskussion zu Carbios

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

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