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Capital One: Die Dividende lockt, doch die Sorgen bleiben

Capital One zahlt weiterhin eine hohe Dividende, doch die milliardenschwere Übernahme des Fintechs Brex belastet die Analystenstimmung und drückt die Kursziele.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Ausschüttung von 0,80 Dollar je Aktie im März
  • Übernahme von Brex für 5,15 Milliarden Dollar
  • Mehrere Analysten senken ihre Kursziele
  • Solide Bilanz trotz enttäuschender Quartalszahlen

Während der Finanzriese aus Virginia seinen Aktionären eine satte Dividende verspricht, drücken andere Neuinvestitionen und Analystenreaktionen auf die Stimmung. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt: Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Die Dividenden-Maschine läuft weiter

Capital One hält an seiner langen Tradition der Ausschüttungen fest. Am 2. März 2026 fließen 0,80 US-Dollar pro Stammaktie an die Anteilseigner. Das entspricht einer Dividendenrendite von etwa 1,43 Prozent zum aktuellen Kurs von 223,68 Dollar. Bemerkenswert: Die Bank hat ihre Dividende im vergangenen Jahr um satte 33 Prozent erhöht. Seit ihrer Unabhängigkeit im Jahr 1995 hat das Unternehmen nunmehr 31 Jahre in Folge eine Dividende gezahlt – ein klares Signal der Stabilität für langfristig orientierte Investoren.

Der Brex-Deal: Fluch oder Segen?

Doch die rosige Dividendenstory trübt sich ein, wenn man die jüngste Großinvestition betrachtet. Die Übernahme des Fintech-Unternehmens Brex für stolze 5,15 Milliarden Dollar hat bei Analysten gemischte Gefühle ausgelöst. Die Strategie ist klar: Capital One will sich mit der tiefen Integration von Brex in die Welt der Krypto-Expense-Management-Lösungen und Stablecoin-Abwicklungen für die Zukunft des Corporate Banking wappnen. Es ist ein klares Bekenntnis zu hybriden Finanzinfrastrukturen.

Die Märkte und Experten reagierten jedoch mit Skepsis. Gleich mehrere Finanzhäuser haben ihre Erwartungen an den Kurs nach unten korrigiert. Evercore ISI senkte das Kursziel von 290 auf 265 Dollar und verwies auf die erwarteten Auswirkungen des Deals auf den Gewinn je Aktie. BTIG zog sein Ziel von 308 auf 270 Dollar zurück und äußerte Bedenken hinsichtlich möglicher Verwässerungseffekte und eines verlangsamten Aktienrückkaufs. Auch Wolfe Research ist vorsichtiger geworden und senkte die Erwartung auf 280 Dollar, da mit höheren Ausgaben gerechnet wird.

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Solide Bilanz, aber Herausforderungen warten

Trotz der Unsicherheiten steht das Unternehmen auf einem soliden Fundament. Zum 31. Dezember 2025 verwaltete Capital One Einlagen von knapp 476 Milliarden Dollar bei einer Bilanzsumme von 669 Milliarden Dollar. Zudem konnte das Institut kürzlich erfolgreich eine Anleiheemission über 3 Milliarden Dollar mit Laufzeiten bis 2032 und 2037 platzieren.

Doch die jüngsten Quartalszahlen enttäuschten. Argus Research, das trotz allem eine Kaufempfehlung aufrechterhält, räumte ein, dass der Gewinn hinter den Erwartungen zurückblieb – vor allem aufgrund höherer Rückstellungen für Kreditausfälle. Positiv vermerkten die Analysten hingegen das Wachstum im durchschnittlichen Kreditvolumen und verbesserte Nettozinsspannen.

Die Frage ist nun: Kann die milliardenschwere Wette auf Brex und die digitale Zukunft die kurzfristigen Belastungen durch Integration und Analystenskepsis aufwiegen? Die Dividende ist sicher, die strategische Richtung mutig, doch der Weg dorthin könnte für die Aktie holprig werden.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.

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