Ein Termin im Kalender der US-Regulierungsbehörden könnte die Cannabis-Landschaft neu ordnen. Canopy Growth bekommt es am 24. Juni mit dem Zeitplan zur Neubewertung von Marihuana zu tun. Die Aktie schloss am Freitag bei 0,85 Euro mit einem Mini-Plus von 1,22 Prozent. Aufs Jahr gesehen fehlen allerdings 17,35 Prozent.
Die DEA legt den Fahrplan fest
Am Freitag erließ ein Richter der Drug Enforcement Administration die Verfahrensordnung. Die Anhörung zur Herabstufung von Marihuana von Schedule I auf Schedule III beginnt am 29. Juni 2026. Bis spätestens Mittwoch muss das Gericht einen detaillierten Zeitplan vorlegen. Die Reihenfolge der Zeugenaussagen und der Beweise wird dann geklärt.
Für Canopy Growth ist das ein entscheidender Moment. Das Unternehmen setzt auf eine medizinische Erststrategie in den USA und Europa. Das gesamte „Canopy USA“-Ökosystem hängt letztlich an diesem Verfahren.
Besorgnis über die Teilnehmerauswahl
Die Stimmung ist gedämpft. Die DEA hatte kürzlich ihre Liste der „beteiligten Parteien“ veröffentlicht. Das Problem: Sieben Organisationen mit überwiegend ablehnender Haltung zur Legalisierung sind zugelassen. Branchenvertreter und Befürworter fehlen. Rechtsexperten warnen vor einem einseitigen Verfahren. Das könnte die richterliche Entscheidung nachhaltig beeinflussen.
Technische Lage bleibt angespannt
Charttechnisch bewegt sich Canopy Growth nahe der Unterstützung. Der RSI liegt bei 40,6 – unterverkauft, aber ohne Wendesignal. Der Kurs bleibt unter der 50-Tage-Linie bei 0,93 Euro und weit unter dem 200-Tage-Schnitt von 1,02 Euro. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief bei 0,75 Euro beträgt 13,28 Prozent. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 40 Prozent zeigt die extreme Reaktion auf jede Meldung aus Washington.
Integration von MTL als nächster Schritt
Abseits der Regulierungsdebatte treibt Canopy Growth die Übernahme von MTL Cannabis voran. Das Management peilt für das Geschäftsjahr 2027 ein positives bereinigtes EBITDA an. Aus der Akquisition sollen rund 10 Millionen Dollar jährliche Synergien fließen.
Derweil beobachten Investoren, wie ein aktuelles Urteil des Obersten US-Gerichtshofs die Rechtslage verändern könnte. Das Gericht beschränkte die Befugnis des Bundes, Marihuana-Konsumenten zu entwaffnen. Ein Signal für eine liberalere Linie? Die Antwort darauf gibt vielleicht schon die kommende Woche.
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