Die Aktie von Canopy Growth legt am Freitag um 6,12 Prozent auf 0,89 Euro zu. Damit setzt sich die Erholung der vergangenen Tage fort — seit einer Woche steht ein Plus von 8,24 Prozent. Der Cannabis-Produzent nähert sich damit wieder seinem 50-Tage-Durchschnitt von 0,90 Euro, nachdem die Aktie im Frühjahr auf ein 52-Wochen-Tief von 0,75 Euro gefallen war.
Entscheidende Phase im Rescheduling-Verfahren
Der wichtigste Kurstreiber ist die laufende Anhörung der US-Drogenbehörde DEA. Seit Ende Juni verhandelt die Behörde über die Neuklassifizierung von Cannabis. Geplant ist der Wechsel von Schedule I in die weniger strenge Kategorie Schedule III des Controlled Substances Act.
Ein Erfolg hätte weitreichende Folgen. Vor allem würde die Steuervorschrift Section 280E entfallen. Sie verbietet Cannabis-Unternehmen den Abzug normaler Betriebsausgaben — eine massive finanzielle Belastung. Für Canopy Growths US-Tochter wäre das ein echter Befreiungsschlag. Die Anhörung soll bis Mitte Juli abgeschlossen sein.
Starke Position im Medizinalmarkt
Im Heimatmarkt Kanada hat sich Canopy Growth durch die Übernahme von MTL Cannabis gefestigt. Das Unternehmen ist nun der größte Anbieter von medizinischem Cannabis im Land — gemessen am Umsatz.
Die Zahlen des vierten Quartals 2026 bestätigen den Trend: Die Erlöse im kanadischen Medizinalgeschäft stiegen um 27 Prozent. Noch stärker wuchsen die internationalen Märkte mit plus 68 Prozent. Canopy Growth beendete das Geschäftsjahr zudem mit einer Netto-Cash-Position von rund 131,3 Millionen Dollar.
Parallel dazu baut das Unternehmen sein Europa-Geschäft aus. In Deutschland wurde die Marke Tweed neu lanciert. Bis zu fünf weitere Sorten sollen in den kommenden Wochen folgen. Das Ziel: mehr Marktanteile im deutschen Medizinalmarkt und ein positiver operativer Gewinn bis zum Geschäftsjahr 2027.
Volatiles Umfeld bleibt
Trotz des jüngsten Anstiegs notiert die Aktie noch 55,58 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2,00 Euro aus dem Dezember. Der RSI von 54,2 deutet auf eine neutrale Marktverfassung hin. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 37,44 Prozent.
Das hohe Risiko bleibt so lange bestehen, bis die DEA ihre Entscheidung trifft. Gelingt die Neuklassifizierung, dürfte sich das Blatt für Canopy Growth nachhaltig wenden. Scheitert sie, droht neue Unsicherheit.
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