Kurz vor der Veröffentlichung seiner Quartalsergebnisse steht BYD gleich unter mehrfachem Druck: Das Europäische Parlament untersucht Arbeitsbedingungen am ungarischen Produktionsstandort, während Analysten für das erste Quartal 2026 einen deutlichen Gewinnrückgang erwarten.
Vorwürfe in Szeged
Das Europäische Parlament hat eine Prüfung der Arbeitspraktiken in BYDs Fabrik im ungarischen Szeged eingeleitet. Auslöser ist ein Bericht der Organisation China Labor Watch, die Auftragnehmer am Standort beschuldigt, Sieben-Tage-Wochen mit Schichten von mehr als zwölf Stunden durchgesetzt zu haben. Hauptauftragnehmer soll AIM Construction Hungary sein, eine Tochtergesellschaft von Jinjiang Construction.
Die Untersuchung umfasst drei Vor-Ort-Besuche seit Oktober 2025, bei denen mindestens 50 Arbeiter befragt wurden. Im Februar 2026 kam es auf dem Gelände zudem zu einem Todesfall. BYD hat zu den Vorwürfen bislang nicht öffentlich Stellung genommen.
Das Werk ist ein Kernstück der Europa-Strategie des Konzerns: Die geplante Jahreskapazität liegt bei 300.000 Fahrzeugen. In den ersten zwei Monaten 2026 verkaufte BYD in Europa 29.291 Fahrzeuge — doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum.
Quartalszahlen unter Preisdruck
Am Mittwoch, den 29. April, legt BYD seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vor. Die Erwartungen sind gedämpft. Analysten rechnen mit einem Gewinn je Aktie von rund 0,07 US-Dollar — ein Rückgang von mehr als 80 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 0,43 US-Dollar. Der Umsatz soll auf etwa 20,6 Milliarden US-Dollar sinken, nach knapp 23,5 Milliarden im Vorjahreszeitraum.
Hintergrund ist der anhaltende Preiskampf auf dem chinesischen Automarkt. Im März 2026 lagen die durchschnittlichen Rabatte in China bei zehn Prozent — ein Niveau, das die Margen spürbar belastet.
Preiserhöhung und Investitionsunsicherheit
Um gestiegene Hardwarekosten aufzufangen, erhöht BYD ab dem 1. Mai den Preis seines Lidar-basierten Fahrassistenzsystems „God’s Eye B“ von 9.900 auf 12.000 Yuan — ein Plus von 21 Prozent. Als Grund nennt das Unternehmen gestiegene Preise für Speicherhardware weltweit.
Weniger klar ist die Lage in der Türkei. Unbestätigten Berichten zufolge könnte BYDs geplante Investition von einer Milliarde US-Dollar in ein Werk im türkischen Manisa auf Eis liegen. Das Unternehmen hat sich dazu nicht geäußert. Dabei war BYD 2025 mit über 45.000 verkauften Elektrofahrzeugen Marktführer für Elektroautos in der Türkei.
Die Aktie schloss am Montag an der Hongkonger Börse bei 106 Hongkong-Dollar. Ob die Quartalszahlen am Mittwoch den Kurs stabilisieren können, hängt vor allem davon ab, wie stark der Preisdruck auf die Marge durchgeschlagen ist.
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