Fast 43 Prozent unter dem Jahreshoch, nur knapp über dem 52-Wochen-Tief — BYD Electronic befindet sich im freien Fall. Hinter dem Kursverfall steckt ein Quartalsbericht, der Analysten und Anleger gleichermaßen schockiert hat.
Gewinnkollaps im ersten Quartal
Das erste Quartal 2026 lief für BYD Electronic katastrophal. Der Umsatz wuchs zwar um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn brach jedoch um 95,5 Prozent ein — auf gerade einmal umgerechnet rund 4 Millionen US-Dollar.
Auslöser waren Währungsverluste und eine ungünstige Produktmischung. Der stärkere Yuan traf das Unternehmen besonders hart, weil ein erheblicher Teil der Einnahmen aus dem Auslandsgeschäft stammt. Allein im BYD-Konzern summierten sich die Devisenverluste auf rund 2,1 Milliarden Yuan.
Das war kein einmaliger Ausrutscher. Bereits im Gesamtjahr 2025 hatte sich die Lage verschlechtert: Der Gewinn fiel um 18 Prozent, die Marge sank auf 2,0 Prozent.
Analysten senken Ziele in zwei Wellen
Der Schock aus dem Quartalsbericht löste eine breite Neubewertung aus. Zunächst senkten Analysten die Umsatzprognose für 2026 von 202,3 Milliarden auf 184,1 Milliarden Yuan. Die EPS-Schätzung fiel von 2,68 auf 1,79 Yuan je Aktie.
Dabei blieb es nicht. In einer zweiten Runde rutschte die EPS-Prognose weiter auf 1,59 Yuan. Das Konsens-Kursziel gab von 37,84 auf 35,27 Hongkong-Dollar nach — trotzdem impliziert das noch erhebliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kurs.
Technisch am Abgrund
Der Freitagsschluss von 2,72 Euro liegt nur 1,6 Prozent über dem 52-Wochen-Tief vom 11. Juni. Der RSI von 34,1 signalisiert, dass die Aktie sich dem überverkauften Bereich nähert — ein technisches Umkehrsignal hat das aber noch nicht ausgelöst. Mit einem Abstand von rund 25 Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt spiegelt der Chart die fundamentale Schwäche ungeschminkt wider.
Hinzu kommt ein magerer Dividendentrost. Aktionäre erhalten 0,16 Yuan je Aktie, Stichtag war der 11. Juni, Zahlung folgt Ende Juli. Die Dividendenrendite liegt bei 0,6 Prozent — weit unter dem Branchenschnitt von 3,0 Prozent. Analysten rechnen für das laufende Geschäftsjahr mit einer Kürzung von rund 71 Prozent.
Den nächsten Quartalsbericht erwartet der Markt im August 2026. Bis dahin entscheidet vor allem die Entwicklung der Wechselkurse, ob die Aktie bei knapp unter 2,70 Euro einen Boden findet.
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