Starke Exportzahlen, ein kollabierender Heimatmarkt und ein beispielloser Vorstoß in Brüssel. Bei BYD prallen derzeit extreme Gegensätze aufeinander. Der chinesische Elektroauto-Gigant drängt mit aller Macht nach Europa, während die Verkäufe in China massiv einbrechen. Nächste Woche müssen die Quartalszahlen beweisen, ob diese Strategie den Konzern stützt.
Historischer Vorstoß in Brüssel
BYD verhandelt aktuell über den Beitritt zur European Automobile Manufacturers‘ Association (ACEA). Ein Sprecher des Verbands bestätigte den Antrag. Eine Aufnahme würde BYD zum ersten chinesischen Autobauer in der europäischen Lobby-Organisation machen. Das Kalkül ist offensichtlich. Das Unternehmen will direkten Einfluss auf die EU-Handelspolitik nehmen, um die drohenden Sonderzölle von 17 Prozent auf Importe abzufedern.
Parallel dazu schafft der Konzern harte Fakten. Im ungarischen Szeged läuft bereits die Testproduktion für ein neues Werk. Ab dem zweiten Quartal 2026 sollen dort Fahrzeuge in Serie vom Band rollen. Die Anlage kostet bis zu vier Milliarden Euro und ist auf eine Jahreskapazität von 300.000 Autos ausgelegt. Eine zweite Fabrik in der Türkei folgt bis Jahresende.
Kollaps in China, Boom im Ausland
Die Dringlichkeit dieser Europa-Offensive zeigt ein Blick auf die jüngsten Verkaufsdaten. Im ersten Quartal brachen die Auslieferungen auf dem chinesischen Heimatmarkt um 30 Prozent ein. Der März markierte den siebten monatlichen Rückgang in Folge. Bereits 2025 verzeichnete BYD den ersten Gewinnrückgang seit vier Jahren.
Im krassen Gegensatz dazu steht das internationale Geschäft. Die Übersee-Lieferungen sprangen im ersten Quartal um 65 Prozent nach oben. Exporte stemmen mittlerweile fast die Hälfte des gesamten Verkaufsvolumens. Besonders Großbritannien entwickelt sich zum Vorzeigemarkt. Dort erzielte BYD im März mit über 15.000 Neuzulassungen einen Rekord und sicherte sich die Marktführerschaft bei neuen Energie-Fahrzeugen.
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Analysten blicken auf die Margen
Am 28. April präsentiert der Vorstand die ungeprüften Zahlen für das erste Quartal. Investoren werden den Bericht genau auf die Margenentwicklung prüfen. Der Markt muss bewerten, ob das lukrative Exportgeschäft die Schwäche in China ausgleicht.
Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch. Die Citigroup bestätigt ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 174 Hongkong-Dollar. Daiwa Securities rät ebenfalls zum Kauf, senkte das Ziel aber leicht auf 130 Hongkong-Dollar. Die Experten verweisen auf die schwache Inlandsnachfrage, loben aber die internationale Stärke. BYD profitiert weiterhin von einem massiven Kostenvorteil, da der Konzern rund 80 Prozent seiner Fahrzeugkomponenten selbst produziert.
Vor den Quartalszahlen sorgt BYD noch für Produktneuheiten. Auf dem am 24. April startenden Auto-Salon in Peking wird die Untermarke Fang Cheng Bao ihre erste Limousine vorstellen. Ein erfolgreiches Debüt des Modells könnte der Aktie kurzfristigen Rückenwind verleihen, bevor der Finanzbericht am darauffolgenden Dienstag die fundamentale Richtung für das zweite Halbjahr diktiert.
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