BYD sorgt derzeit mit einer Serie von Produktankündigungen für Aufmerksamkeit – abseits der zuletzt vieldiskutierten Verkaufszahlen. Der Konzern kündigte gegenüber der China Securities Journal an, im August seinen ersten humanoiden Roboter namens Xiao Di vorzustellen.
Gegenüber der South China Morning Post erklärte das Unternehmen aus Shenzhen, die Roboter würden in den firmeneigenen „Di Space“-Erlebniszentren debütieren und dort mit Besuchern interagieren können – kein reines Konzeptprodukt also, sondern ein einsatzfähiges Gerät.
Der Vorstoß in die Robotik markiert für BYD eine Erweiterung über das klassische Fahrzeuggeschäft hinaus. Während der Autobauer an der Börse zuletzt unter Druck stand – die Aktie notiert aktuell bei 9,72 Euro und hat sich damit vom gestrigen Schlusskurs von 9,84 Euro um 1,2 Prozent nach unten bewegt –, setzt das Unternehmen operativ auf technologische Diversifizierung.
Neue Modelle mit Rekordreichweiten
Parallel zur Robotik-Ankündigung treibt BYD seine Modelloffensive im Kerngeschäft voran. Die Premiummarke Denza, die zu BYD gehört, startete den Vorverkauf der neuen vollelektrischen Limousine Z9S. Der Einstiegspreis liegt bei 319.800 Yuan, umgerechnet rund 47.100 US-Dollar.
Denza-Generalmanager Li Hui erklärte beim Launch-Event, die Z9S biete eine CLTC-Reichweite von 1.100 Kilometern und breche damit den Rekord für die größte Reichweite eines in Serie produzierten Elektrofahrzeugs. Die Ausstattungsvarianten mit Schnellladetechnik reichen preislich bis zur Performance-Version mit e3-Technologie für 389.800 Yuan.
Auch die Dynasty-Reihe wird ausgebaut: Die neue Flaggschiff-Limousine Da Han soll auf der Chengdu Auto Show, die vom 21. bis 30. August in der westchinesischen Provinz Sichuan stattfindet, ihr Debüt feiern. Das erste Fahrzeug der Dynasty-Baureihe im D-Segment kommt laut Unternehmensangaben in der batterieelektrischen Version auf eine Reichweite von 1.008 Kilometern.
Internationale Expansion nimmt Fahrt auf
Neben den Reichweiten-Rekorden im Heimatmarkt setzt BYD verstärkt auf internationale Präsenz. Ende Juli launchte der Konzern in Tokio das Kleinstwagenmodell Racco, das dort ab 2,145 Millionen Yen – umgerechnet rund 13.100 US-Dollar – erhältlich ist.
Nach Abzug staatlicher Subventionen sinkt der Preis nach Medienberichten unter zwei Millionen Yen. Der Markteintritt in Japan gilt als Signal für das gewachsene Selbstbewusstsein des chinesischen Herstellers auf einem traditionell schwer zugänglichen Automarkt.
Für Anleger zeichnet sich damit ein zweigeteiltes Bild: Während die Aktie unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,49 Euro notiert und seit Jahresbeginn um 9,2 Prozent nachgegeben hat, expandiert BYD operativ auf mehreren Feldern gleichzeitig – von Reichweitenrekorden bei Elektrofahrzeugen über die Erschließung neuer Auslandsmärkte bis hin zum Einstieg in die Robotik.
Ob sich diese breite Produktpalette in den kommenden Monaten in stabileren Absatzzahlen niederschlägt, dürfte für die weitere Kursentwicklung entscheidend sein.
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