Starke Nachfrage auf der Automesse, schrumpfende Margen in den Büchern. Bei BYD klaffen Produktbegeisterung und finanzielle Realität derzeit spürbar auseinander. Während der chinesische Autobauer auf der Beijing Auto Show einen Bestellrekord für sein neues Flaggschiff feiert, zeigt die Quartalsbilanz tiefe Bremsspuren des inländischen Preiskampfes.
Ansturm auf den Great Tang
Der neue Elektro-SUV „Great Tang“ entpuppt sich als Publikumsmagnet. Innerhalb der ersten 24 Stunden nach Vorverkaufsstart sammelte BYD mehr als 30.000 Reservierungen ein. Das Modell aus der Dynasty-Serie positioniert sich im gehobenen Preissegment und soll ab Juni 2026 ausgeliefert werden.
Technisch setzt der Konzern auf eine neue 1.000-Volt-Architektur. Die verbaute Blade-Batterie der zweiten Generation ermöglicht Ladezeiten von lediglich fünf Minuten. In der Allradversion leistet das Fahrzeug 585 Kilowatt und beschleunigt rasant auf Landstraßentempo.
Der erfolgreiche Messeauftritt liefert dem Management dringend benötigten Rückenwind. Auf dem Heimatmarkt zwingen aggressive Konkurrenten wie Xiaomi und Geely den Marktführer seit Monaten zu schmerzhaften Rabatten.
Preiskampf frisst den Gewinn
Die Folgen dieser Rabattschlachten zeigen sich in der aktuellen Quartalsbilanz. Der Nettogewinn brach im ersten Quartal um rund 55 Prozent auf 4,09 Milliarden Yuan ein. Parallel dazu schrumpfte der Umsatz um knapp zwölf Prozent.
Trotz des Rückgangs übertrafen die Erlöse von gut 150 Milliarden Yuan die Erwartungen der Analysten leicht. Der Gewinn je Aktie verfehlte die Schätzungen indes deutlich. Währungsverluste trieben die Finanzierungskosten zusätzlich in die Höhe und belasteten die Margen weiter.
Export als Ertragsanker
Um der heimischen Margenkompression zu entkommen, forciert BYD das internationale Geschäft. Im abgelaufenen Quartal stammten bereits 45 Prozent der weltweiten Auslieferungen aus dem Export. Im Jahr 2026 will das Management die Marke von 1,5 Millionen verschifften Fahrzeugen knacken.
Dafür baut der Konzern seine globale Produktion massiv aus. Neue Werke in Brasilien, Ungarn und der Türkei sollen die Kapazitäten sichern. Erste Erfolge zeigen sich in Europa: In Großbritannien erreichte BYD im März einen Marktanteil von knapp vier Prozent und verzeichnete das bisher stärkste Quartal der Markengeschichte.
Extreme Kontraste in Peking
Auf der Beijing Auto Show demonstriert der Hersteller derweil seine Bandbreite. Neben dem massentauglichen Great Tang präsentiert die Luxus-Tochter Yangwang den U9 Xtreme. Der elektrische Sportwagen kostet über 20 Millionen Yuan und ist das teuerste Fahrzeug der gesamten Messe.
Mit einer zertifizierten Höchstgeschwindigkeit von 496 Kilometern pro Stunde hält das Modell den Weltrekord für Serien-Stromer. Diese extreme Spreizung des Portfolios unterstreicht die aktuelle Strategie. BYD verteidigt Marktanteile in jeder Nische — auch wenn das Volumenwachstum kurzfristig zulasten der Profitabilität geht.
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