Im Sog einer Erholung am Aktienmarkt in Hongkong hat die Aktie von BYD gestern um 4,2 Prozent zugelegt und den Handel bei 8,65 Euro beendet. Technologiewerte und die Pkw-Branche führten die Kursgewinne an, während sinkende Ölpreise die Inflationssorgen der Marktteilnehmer dämpften.
Für die Bewegung des Papiers gab es keinen unternehmensspezifischen Auslöser; stattdessen stiegen auch Anteile anderer chinesischer Hersteller wie Li Auto und Geely im Verbund um mehr als drei Prozent.
Neunmonatsbilanz verfehlt das Vorjahresniveau
Trotz des jüngsten Tagesgewinns bleibt die Aktie mit einem Abstand von 30 Prozent deutlich von ihrem 52-Wochen-Hoch entfernt. Die jüngste Unternehmensmeldung zu den Absatzzahlen zeigt ein gemischtes Bild für die operative Dynamik.
Im September setzte der Konzern insgesamt 463.561 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ab, worin 180.700 exportierte Einheiten enthalten waren. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht das Gesamtergebnis einem Anstieg von 17 Prozent.
In der gesamten Periode von Januar bis September summierte sich das Absatzvolumen jedoch auf 3.131.576 Einheiten. Gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres bedeutet dies einen Rückgang um 3,94 Prozent.
Das Analysehaus UOB Kay Hian kürzte am Freitag daraufhin seine Verkaufsschätzungen für die Automobilhersteller für die Jahre 2026 bis 2028. Nach Einschätzung der Analysten müsste das Unternehmen im vierten Quartal durchschnittlich 622.800 Fahrzeuge pro Monat ausliefern, um das Jahresziel von fünf Millionen Einheiten noch zu erreichen.
Geopolitische Bremsen und europäische Expansion
Neben dem Absatzziel bestimmen vor allem die Rahmenbedingungen im Ausland die Perspektiven des Konzerns. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters bezeichnete Stella Li, Executive Vice President von BYD, die Geopolitik als die größte Hürde für die internationale Expansion.
Aufgrund der bestehenden Unsicherheiten habe sich der Konzern dazu entschlossen, vorerst keine Pkw in den USA zu vertreiben. Die an der Börse in Hongkong notierten Anteilsscheine des Unternehmens beschrieb sie zugleich als massiv unterbewertet im Vergleich zu US-amerikanischen Titeln.
Auf anderen Auslandsmärkten baut der Hersteller seine Aktivitäten unterdessen weiter aus. Vorläufigen Daten des britischen Branchenverbands SMMT zufolge verzeichnete BYD in Großbritannien im September 20.140 Neuzulassungen, was einem Zuwachs von 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat sowie einem Marktanteil von 5,76 Prozent entspricht.
Am 12. Oktober 2026 präsentiert der Konzern seine Fahrzeugpalette zudem auf dem Automobilsalon in Paris, wo im Rahmen einer Pressekonferenz auch die Enthüllung eines neuen Modells angesetzt ist.
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