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Symbolbild, KI-generiert

BYD Aktie: Türkei-Fabrik gestoppt, Manisa auf Eis

BYDs Aktie erreicht neuen Jahrestiefststand nach dem Stopp des Türkei-Projekts. Die Verlagerung nach Ungarn verzögert sich, was den Druck durch EU-Zölle erhöht.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neues 52-Wochen-Tief bei 8,08 Euro
  • Türkei-Fabrik vorerst auf Eis gelegt
  • Produktion in Ungarn verzögert sich
  • Starke Auslandsverkäufe im Mai

BYD hat eine schwierige Woche hinter sich. Am Freitag fiel die Aktie auf ein neues 52-Wochen-Tief von 8,08 Euro — und schloss mit einem Minus von gut drei Prozent bei 8,29 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund ein Viertel seines Wertes verloren.

Türkei-Projekt gestoppt, Zölle drohen

Der Auslöser für den jüngsten Kursrutsch ist eine strategische Kehrtwende in Europa. Vizepräsidentin Stella Li bestätigte, dass BYD seine geplante Fabrik im türkischen Manisa vorerst auf Eis legt. Das Werk sollte eine Milliarde Dollar kosten und jährlich 150.000 Fahrzeuge produzieren. Vor allem sollte es BYD einen zollfreien Zugang zum EU-Markt über die Türkei-EU-Zollunion verschaffen.

Seit der Ankündigung 2024 ist auf dem Gelände nichts gebaut worden. Die türkische Regierung hat daraufhin die gewährten Steuer- und Zollvorteile zurückgezogen. Ankara warnt außerdem, BYD könnte bereits genutzte Fördergelder zurückzahlen müssen, falls die versprochenen Investitionen ausbleiben.

Ungarn als Plan B — aber mit Verzögerung

BYD verlagert seine europäischen Produktionspläne nun auf das Werk in Szeged, Ungarn. Allerdings läuft auch dort nicht alles nach Plan. Die vollständige Fahrzeugmontage verschiebt sich auf das vierte Quartal 2026 — rund ein Jahr später als ursprünglich vorgesehen.

Die Folge: BYD bleibt länger als erwartet auf Exporte aus China angewiesen. Das macht das Unternehmen anfälliger für die geplanten EU-Ausgleichszölle auf chinesische Elektro- und Hybridfahrzeuge. Genau dieser Druck belastet die Stimmung unter Investoren seit Wochen.

Technisch tief im Keller

Die Kursentwicklung spiegelt die Unsicherheit deutlich wider. Der 14-Tage-RSI liegt bei 20,6 — weit unter der Schwelle von 30, ab der Analysten eine Aktie als überverkauft einstufen. Der Kurs notiert fast 20 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und rund 24 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,84 Euro. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 14,80 Euro aus dem Juli 2025 beträgt der Verlust fast 44 Prozent.

Starke Auslandsverkäufe, großer Hoffnungsträger

Fundamental ist das Bild weniger düster. Im Mai stiegen BYDs Auslandsverkäufe um mehr als 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Heimatmarkt China bleibt dagegen verhalten.

Am 2. Juli 2026 präsentiert BYD die Limousine Seal 08 — ausgestattet mit der zweiten Generation der Blade-Batterie und einem neuen Fahrwerksystem. Das Modell steht im Zentrum von BYDs Strategie, ins Premiumsegment vorzustoßen. Ob der Launch den Kurs stabilisieren kann, hängt davon ab, wie der Markt das Fahrzeug bewertet — und ob BYD bis dahin Klarheit über seinen europäischen Produktionsplan liefert.

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