BYD treibt seine internationale Expansion an mehreren Fronten gleichzeitig voran. Während der chinesische Autobauer in Großbritannien mit einem neuen Plug-in-Hybrid-SUV in ein umkämpftes Marktsegment vorstößt, eröffnet die Marke in Südkorea bereits den 35. Showroom und frischt in Malaysia ein bestehendes Modell auf. Parallel dazu sitzt BYD in Peking mit am Tisch, wenn China und Deutschland über gemeinsame Standards für vernetzte Fahrzeuge verhandeln.
Ti 7 soll dem Land Rover Defender Kunden abjagen
Wie mehrere britische Fachmedien berichten, hat BYD das Orderbuch für den siebensitzigen Ti 7 geöffnet. Der Plug-in-Hybrid startet bei 47.995 britischen Pfund und ist zunächst nur als Allradversion Excellence mit DM-p-Antrieb erhältlich. Das Antriebskonzept aus 1,5-Liter-Turbomotor und Elektroantrieb leistet nach Angaben der Quellen 408 PS, beschleunigt in 4,8 Sekunden von 0 auf 62 Meilen pro Stunde und schafft mit der 35,6-kWh-Blade-Battery bis zu 74 Meilen rein elektrische Reichweite. Autocar ordnet das boxige SUV explizit als Herausforderer des Land Rover Defender ein. Ausgestattet ist der Ti 7 serienmäßig mit einem 15,6-Zoll-Touchscreen, einem 10,25-Zoll-Digitalcockpit, 18 Lautsprechern und einem Kühlschrank im Innenraum; der Kofferraum fasst je nach Sitzkonfiguration zwischen 126 und 1.830 Litern. Käufer können aus sechs Farben wählen, für einige wird ein Aufpreis von bis zu 2.000 Pfund fällig. Die Anzahlung von 500 Pfund verdoppelt BYD als Kaufanreiz. Die ersten Fahrzeuge sollen im November bei den Händlern eintreffen, ausgeliefert wird ab Januar 2027. Im selben britischen Marktumfeld positioniert sich mit dem Lepas L8 der Chery-Gruppe ein weiterer chinesischer Wettbewerber, der BYD im Segment der Familien-SUVs direkt herausfordert.
Showroom-Expansion in Korea, Modellpflege in Malaysia
In Südkorea hat BYD am heutigen Freitag seinen 35. Pkw-Showroom eröffnet, diesmal im Stadtteil Dongdaemun im Nordosten Seouls. Die rund 300 Quadratmeter große Fläche wird von der Handelsgruppe DT Networks betrieben, die bereits 14 weitere BYD-Standorte führt und Testfahrten für den 22. und 23. August ankündigt. Mit dem Showroom bringt BYD Korea zugleich den ersten Plug-in-Hybrid für den koreanischen Markt in Stellung: den Sea Lion 6 DM-i für umgerechnet rund 25.900 US-Dollar, dessen Auslieferung im dritten Quartal beginnen soll.
In Malaysia hat BYD Sime Motors den Sealion 7 überarbeitet und um eine günstigere Dynamic-Variante ergänzt, die zum Einführungspreis für die ersten 300 Kunden reduziert angeboten wird. Die Topversion Performance leistet 390 kW und 690 Newtonmeter, beschleunigt in 4,5 Sekunden auf 100 km/h und kommt mit der größeren 91,39-kWh-Batterie auf bis zu 650 Kilometer Reichweite bei Schnellladeleistungen von bis zu 230 kW. Auf sämtliche Varianten gewährt BYD sechs Jahre beziehungsweise 150.000 Kilometer Fahrzeuggarantie und acht Jahre beziehungsweise 160.000 Kilometer Batteriegarantie.
Standard-Gespräche in Peking und schwächelnder Heimatmarkt
Auf politischer Ebene traf sich am heutigen Freitag in Peking erstmals eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus chinesischen und deutschen Vertretern, um Standards für vernetzte Fahrzeuge anzugleichen. Neben BYD nahmen unter anderem Geely, SAIC, Xpeng, Xiaomi sowie Mercedes-Benz, BMW, Volkswagen und Porsche teil. Themen waren autonomes Fahren, Sicherheitsrichtlinien und grenzüberschreitende Datenflüsse – ein Zeichen dafür, dass sich Regulierer trotz wachsender Handelsspannungen auf gemeinsame technische Leitplanken einigen wollen.
Der heimische Markt bleibt dagegen unter Druck: In den ersten 26 Tagen des Juli brach der chinesische Pkw-Einzelhandel um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein, während der Anteil der New Energy Vehicles auf 65,7 Prozent stieg. An der Börse notiert die BYD-Aktie aktuell bei 10,33 Euro und gab im heutigen Handel um 0,63 Prozent nach. Damit liegt das Papier weiterhin 21,95 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das die Aktie im August vergangenen Jahres markiert hatte.
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