BYD hat Tesla im zweiten Quartal 2026 bei den weltweiten Verkäufen reiner Elektrofahrzeuge wieder überholt. Der chinesische Autobauer lieferte zwischen April und Juni 557.090 batterieelektrische Fahrzeuge aus. Das sind rund 77.000 Einheiten mehr als bei Tesla im gleichen Zeitraum.
Damit dreht sich das Blatt erneut. Im ersten Quartal 2026 hatte Tesla die Führung kurzzeitig zurückerobert. Jetzt zieht BYD wieder vorbei.
Auslandsgeschäft wird zum Wachstumstreiber
Der Erfolg hat einen klaren Grund: internationale Märkte. Im Juni stammten bereits rund 43 Prozent der BYD-Auslieferungen aus dem Ausland. Das Unternehmen baut sein globales Geschäft gezielt aus, während der Preiskampf in China immer härter wird.
Im Heimatmarkt bleibt BYD trotzdem dominant. Der Konzern kommt auf einen Marktanteil von 22,3 Prozent bei den Neuenergiefahrzeugen in China. Insgesamt verkaufte BYD im Juni 403.472 Fahrzeuge über alle Antriebsarten hinweg – ein Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Neue Modelle sollen den Vorsprung sichern
Parallel zum Verkaufserfolg treibt BYD seine Modellpalette voran. Für den Bestseller Seagull hat der Konzern bereits Unterlagen für eine neue Generation eingereicht. Das überarbeitete Modell wird größer, leistet bis zu 95 Kilowatt und kann optional mit LiDAR-Sensorik ausgestattet werden – ein Schritt in Richtung anspruchsvollerer Assistenzsysteme im Einstiegssegment.
Die Premiummarke Denza setzt dagegen auf Emotion statt Effizienz. Beim Goodwood Festival of Speed in Großbritannien feierte am 9. Juli der Denza Z Premiere, ein zweitüriger Elektro-Sportwagen mit Dreifachmotor. Für das Modell sind bereits mehrere Varianten angemeldet, darunter eine Hardtop- und eine Cabrio-Version.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse zeigt sich das operative Momentum bislang kaum. Die BYD-Aktie schloss am Freitag bei 9,58 Euro, ein Tagesplus von 3,01 Prozent. Auf Wochensicht steht nur ein moderates Plus von 0,47 Prozent zu Buche.
Der Blick auf die längere Frist zeigt ein anderes Bild. Seit Jahresbeginn verliert das Papier 12,55 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sind es sogar 26,87 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 14,80 Euro aus dem Juli 2025 trennen die Aktie mittlerweile 35,27 Prozent.
Der Kurs notiert derzeit unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 9,76 Euro und deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,70 Euro. Der RSI von 55,8 signalisiert eine neutrale bis leicht positive Marktstimmung. Analysten vergeben mehrheitlich ein „Buy“-Rating für die Aktie.
Die nächste Feuerprobe folgt am 28. August. Dann legt BYD seine Quartalszahlen für Q2 2026 vor – und muss zeigen, ob sich der operative Erfolg auch in den Büchern niederschlägt.
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