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BYD Aktie: Tesla überholt, Toyota im Visier

BYD peilt mit neuen Modellen und Chip-Technologie die globale Spitze an. Der Marktanteil in Europa verdoppelt sich, während der Aktienkurs kurzfristig nachgibt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • BYD überholt Tesla im weltweiten Absatz
  • Europa-Marktanteil auf 2,8 Prozent verdoppelt
  • Neuer 4-Nanometer-Chip für autonomes Fahren
  • Thailand-Werk als Produktionsbasis für Südostasien

Das nächste Etappenziel heißt Toyota. BYD-Managerin Stella Li erklärte, der US-Markt für Personenwagen sei für den chinesischen Konzern dabei gar nicht nötig – das Wachstum komme aus Europa, Südostasien und dem Heimatmarkt China. In Europa hat sich der Marktanteil von BYD bis Mai auf 2,8 Prozent verdoppelt und liegt damit vor Ford, Tesla und Nissan.

Wachstumskurs mit klarem Fahrplan

BYD-Chef Wang Chuanfu bekräftigte auf der Hauptversammlung im Juni, der Konzern wolle innerhalb von fünf Jahren zum weltweit größten Autohersteller nach Produktions- und Absatzvolumen aufsteigen. In den vergangenen zwei Jahren verkaufte BYD 4,27 beziehungsweise 4,6 Millionen Fahrzeuge und rangiert damit derzeit auf Platz fünf der globalen Autobauer – Toyota kommt nach Berichten auf rund 10,5 Millionen verkaufte Einheiten. Für das laufende Jahr peilt BYD ein Auslandsabsatzziel von 1,5 Millionen Fahrzeugen an, das nach Unternehmensangaben übertroffen werden dürfte. Die Marktdurchdringung von Neuenergiefahrzeugen in China sprang von Januar bis Mai 2026 von 38,6 auf 62,9 Prozent – ein Umfeld, das BYD als größtem NEV-Hersteller des Landes direkt zugutekommt.

Neue Modelle und Chip-Technologie treiben die Expansion

Am 17. Juli stellte BYD die neue Generation des SUV-Modells Tang vor, intern als „8er-Tang“ bezeichnet. Der Wagen misst 5.045 mal 1.980 mal 1.760 Millimeter, hat einen Radstand von 2.950 Millimetern und ist wahlweise mit fünf oder sieben Sitzen erhältlich. Die Einstiegsversion mit einem Elektromotor leistet 300 Kilowatt, der erwartete Startpreis liegt bei rund 160.000 Yuan. Parallel positioniert sich mit dem Flaggschiff Da Han ein weiteres Modell im Premiumsegment: Die Version mit Hinterradantrieb erreicht dank einer 102,3-kWh-LFP-Batterie eine CLTC-Reichweite von bis zu 1.008 Kilometern, der erwartete Preis liegt bei umgerechnet rund 44.259 US-Dollar.

Auf der Technologieseite hat BYD mit dem „Xuanji A3“ den nach eigenen Angaben ersten in China entwickelten 4-Nanometer-Fahrassistenzchip vorgestellt. Der 16-Kern-Prozessor erreicht eine Bandbreite von 273 GB/s, im Verbund von drei Chips liegt die Rechenleistung bei über 2.100 TOPS und soll autonomes Fahren der Stufen L3 und L4 unterstützen. Im Zuge der Vorstellung kündigte Wang Chuanfu eine einjährige Sicherheitsgarantie für Nutzer der Fahrassistenzsysteme „God’s Eye A“ und „God’s Eye B“ an. Nach Unternehmensangaben waren bis März 2026 mehr als 2,85 Millionen BYD-Fahrzeuge mit entsprechenden Assistenzsystemen ausgestattet, die täglich rund 180 Millionen Kilometer an Fahrdaten liefern.

Thailand als Sprungbrett für Südostasien

Auch außerhalb Chinas expandiert BYD zügig. Die kumulierten Auslieferungen in Thailand haben die Marke von 130.000 Fahrzeugen überschritten. Das Werk in Rayong, BYDs erste Fertigungsstätte für Pkw außerhalb Chinas, verfügt über eine Jahreskapazität von 150.000 Einheiten. Ergänzend wurden in Australien 5.000 Elektrofahrzeuge per Schiff angeliefert, während in Brasilien für Anfang 2027 die lokale Produktion des Plug-in-Hybrids Dolphin G DM-i mit einer Gesamtreichweite von über 1.000 Kilometern anläuft.

Kursreaktion bleibt verhalten

Von diesem Expansionstempo hat sich der Aktienkurs zuletzt nicht beeindrucken lassen. Am Freitag schloss das Papier bei 9,90 Euro und gab damit um 1,75 Prozent nach. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Plus von 9,39 Prozent zu Buche – ein Zeichen, dass sich die Aktie von schwächeren Wochen zuvor etwas erholt hat. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand jedoch weiterhin minus 6,94 Prozent, der Kurs notiert also spürbar unter seinem längerfristigen Trend. Anleger dürften die operative Wachstumsdynamik in den kommenden Wochen an weiteren Absatzzahlen und der Preisentwicklung der neuen Modelle messen.

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Diskussion zu BYD

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.