BYD hat Tesla im ersten Halbjahr 2026 bei den globalen Auslieferungszahlen überholt. Der chinesische Autobauer ist damit weltweit die Nummer eins bei batterieelektrischen Fahrzeugen. Die Aktie legt am Mittwoch um 1,74 Prozent zu und steigt auf 9,44 Euro.
Produktion auf Rekordkurs
Am 8. Juli lief bei BYD im Werk Xi’an das 17-millionste Neuenergiefahrzeug vom Band. Es war ein Seal 08, das neue elektrische Flaggschiff-Modell des Konzerns. Der Meilenstein folgt auf einen starken Juni: BYD verkaufte 403.472 Fahrzeuge, ein Plus von 5,46 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Im ersten Halbjahr 2026 summieren sich die Verkäufe auf 1.808.511 Einheiten. Besonders das zweite Quartal stach heraus: Mit 1.108.048 verkauften Fahrzeugen legte BYD um 58,19 Prozent gegenüber dem ersten Quartal zu. Allein im Juni verkaufte der Konzern in China 224.478 Fahrzeuge im Privatkundengeschäft. Die Marktdurchdringung von Neuenergiefahrzeugen liegt in China mittlerweile bei 62,8 Prozent.
Auslandsgeschäft wird zum Wachstumstreiber
Das internationale Geschäft treibt BYD zunehmend an. Im Juni stiegen die Auslandsverkäufe auf 174.897 Fahrzeuge, ein Sprung von 95 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das erste Halbjahr summieren sich die Auslandsverkäufe auf 789.367 Einheiten. Damit macht das Ausland inzwischen mehr als 40 Prozent des Gesamtvolumens aus.
Diese Dynamik verändert die Kräfteverhältnisse in Europa. Im Mai kamen fünf große chinesische Autobauer unter Führung von BYD auf einen Marktanteil von 12,0 Prozent und verkauften 138.410 Fahrzeuge. Erstmals übertraf diese Gruppe damit die japanischen Marken, die zusammen auf 11,3 Prozent kamen. Das gelang trotz EU-Zöllen von bis zu 45,3 Prozent auf chinesische Elektrofahrzeuge.
Chips und Batterietechnik als Wettbewerbsvorteil
BYD setzt konsequent auf vertikale Integration. Die konzerneigene Halbleitersparte hat mittlerweile über 100 Millionen automobiltaugliche BMS-Chips ausgeliefert. Diese Bauteile überwachen mehr als 1,6 Milliarden Batteriezellen mit einer Messgenauigkeit von unter 3 Millivolt Abweichung.
Mit dem Seal 08 startet zudem die zweite Generation der „Blade Battery“. Sie unterstützt eine 800-Volt-Architektur und ermöglicht Schnellladen mit bis zu 400 Kilometern Reichweite in nur fünf Minuten. Um diese Technik nutzbar zu machen, baut BYD bis Ende 2026 landesweit 20.000 Schnellladestationen in China.
Vorstoß in die Luxusklasse
BYD greift in Europa nun auch das Premium-Segment an. Am 9. Juli stellt der Konzern beim Goodwood Festival of Speed den Denza Z vor, einen Elektro-Sportwagen mit DiSus-Fahrwerkssystem und moderner Blade-Batterie. Das Modell soll direkt gegen etablierte Sportwagen wie den Porsche 911 antreten.
Der Aktienkurs zeigt trotz der operativen Rekorde noch Nachholbedarf. Auf Wochensicht steht ein Plus von 8,81 Prozent, seit Jahresbeginn liegt die Aktie aber immer noch 13,84 Prozent im Minus. Vom 52-Wochen-Hoch bei 14,80 Euro trennen das Papier noch 36,22 Prozent, während der Kurs sich vom Tief bei 8,03 Euro Ende Juni bereits um 17,53 Prozent erholt hat. Der RSI von 53,9 signalisiert eine neutrale Marktlage nach der jüngsten Erholung.
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