BYD treibt seine Modelloffensive über mehrere Marken hinweg voran. Am morgigen Dienstag bringt die Tochtermarke Fangchengbao die Langstreckenversion des Plug-in-Hybrid-Modells Tai 7 auf den chinesischen Markt, um 19 Uhr Pekinger Zeit. Das aktuelle Modell schafft bis zu 200 Kilometer rein elektrische Reichweite nach CLTC-Norm und startet bei 179.800 Yuan, umgerechnet etwa 26.490 US-Dollar. Der Tai 7 hat sich seit Marktstart bereits mehr als 200.000 Mal verkauft.
Parallel dazu hat Fangchengbao mit dem Tai 9 ein größeres SUV vorgestellt. Der Plug-in-Hybrid kombiniert zwei 200-kW-Elektromotoren mit einem 100-kW-Turbomotor und nutzt eine 66,5-kWh-Batterie für bis zu 310 Kilometer CLTC-Reichweite.
Das Fahrzeug lädt mit bis zu 1500 kW und bietet eine 2+2+2-Sitzkonfiguration bei 5270 Millimetern Länge. Damit tritt der Tai 9 in Konkurrenz zum eigenen Modell Great Tang und zum Denza N9. Ein Export unter dem Namen Denza gilt als möglich.
Breite Produktpalette als Strategie
Die Neuvorstellungen reihen sich in eine dichte Folge von Produktankündigungen ein. Unter der Marke Fangchengbao hat BYD zudem den Formula S präsentiert, einen Liftback mit bis zu 900 Kilometern CLTC-Reichweite dank einer 92-kWh-LFP-Batterie mit einem Gewicht von 633 Kilogramm.
Die Einstiegsversion mit kleinerer Batterie kommt auf 720 Kilometer. Bei den Antriebsleistungen stehen 300 kW für die Langstreckenvariante und 490 kW für die Allradversion mit zwei Motoren zur Verfügung.
Auch die Kernmarke BYD überarbeitet ihr Portfolio: Der Song Pro DM-i erhält für 2026 eine um ein Drittel höhere elektrische Reichweite von 200 Kilometern nach WLTC-Norm, gespeist aus einer 34,275-kWh-LFP-Batterie mit Schnellladefunktion von 10 auf 97 Prozent in neun Minuten.
Allerdings waren die Verkäufe des Modells im ersten Quartal um 40,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen – ein Hinweis darauf, dass technische Aufwertungen allein nicht immer für Absatzdynamik sorgen.
International expandiert BYD ebenfalls weiter. In Vietnam nimmt der Sealion 5 DM-i Vorbestellungen entgegen, zu einem erwarteten Preis von umgerechnet rund 800 Millionen Dong und mit 110 Kilometern elektrischer Reichweite nach NEDC-Norm. In Japan entwickelt der Konzern mit dem Kei-EV „Raccoon“ erstmals ein Fahrzeug speziell für die dortige Kleinwagenklasse mit Schiebetüren – als erster ausländischer Hersteller in diesem Segment überhaupt.
Technologiewechsel und Marktposition
Auf der technischen Seite hat BYD nach eigenen Angaben sämtliche reinen Elektromodelle mit Ausnahme des Han auf die sogenannte Blade-Batterie umgestellt. Der Han selbst kam bis Juni auf mehr als 90.000 verkaufte Einheiten. Insgesamt setzte der Konzern in der ersten Jahreshälfte weit mehr als 150.211 reine Elektrofahrzeuge ab, allein im Juni waren es 201.472. Eine neue e-Plattform 3.0 sowie weiterentwickelte DM-i-Technik sind bereits angekündigt.
Für die BYD-Aktie, die zuletzt bei 9,89 Euro notierte und damit rund 3,9 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt liegt, dürfte die Produktbreite über verschiedene Marken und Preissegmente hinweg ein zentrales Argument bleiben. Der Titel bewegt sich mit einem Abstand von 25 Prozent zum 52-Wochen-Hoch bei 13,23 Euro allerdings weiterhin deutlich unter seinem Jahreshoch.
Die kommenden Modellstarts, allen voran der Tai 7 und der Tai 9, dürften zeigen, ob die Innovationsdichte auch in China gegen wachsenden Wettbewerb – etwa durch Geely, das im ersten Halbjahr einen Umsatzrekord von 173,6 Milliarden Yuan meldete – Absatzwirkung entfaltet.
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